Psychologe über Lenker

„Sehen es als höhere Aufgabe, System zu bekämpfen“

Mit der Aufschrift „Nein zum Impfzwang“ fuhr ein Busfahrer während einer Corona-Demo durch Linz, drei Wochen zuvor war ein Kollege mit der Aufschrift „Impfen ist Mord“ herumgefahren – beide Chauffeure wurden fristlos entlassen. Warum Menschen derzeit so weit gehen, versucht Psychologe Barnabas Strutz zu erklären.
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„Durch die extreme Spaltung glauben viele Menschen, dass sie nichts mehr zu verlieren haben. Und sie sehen es dann als höhere Aufgabe, das System zu bekämpfen“, versucht der klinische Psychologe Barnabas Strutz die Handlungen jenes Buslenkers, der sich mit der Aufschrift „Nein zum Impfzwang“ mit den Corona-Demonstranten solidarisiert hatte, zu erklären. Der Chauffeur handelte mit dem Wissen, dass sein Kollege wegen eines ähnlichen Vorfalls drei Wochen zuvor entlassen wurde.

„Dialog auf Augenhöhe wäre Lösung“
Doch gibt’s überhaupt noch eine Chance, zu solchen „Querdenkern“ durchzudringen? „Ein echter Dialog auf Augenhöhe wäre die Lösung. Die Betroffenen fühlen sich nicht ernst genommen, ihre Argumente zählen in ihren Augen nichts. Und wenn der Diskurs nicht gegeben ist, dann bleibt Raum für Fantasien. Man muss die Menschen trotz allem ernst nehmen“, sagt der Psychologe und warnt: „Die drohende Impfpflicht löst einen Riesenkonflikt aus. Viele stehen so unter Druck, dass wir noch einiges zu befürchten haben. Denn Druck erzeugt Gegendruck, und zu viel Druck erzeugt Eskalation.“

In den sozialen Medien wird der Buslenker indes von Corona-Kritikern als „Held“ gefeiert, sogar Jobs werden ihm angeboten.

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