250.000 Euro verprasst

Ausgenutzt: Mann wurde Opfer seiner Verliebtheit

Vorarlberg
17.12.2021 09:20

Eine 36-jährige Rumänin ist Donnerstag am Landesgericht Feldkirch (Vorarlberg) vom Vorwurf des schweren Betruges freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau vorgeworfen, einen Niederösterreicher über Jahre abgezockt zu haben, um ihren Lebensstil zu finanzieren. Doch die Sache ist komplizierter.

„Es ist bei weitem kein klassischer Betrugsfall. Die Täuschungshandlung ist die Krux an der Sache“, fasst Richter Thomas Wallnöfer den Fall zusammen. Denn das vermeintliche Opfer, ein Baggerfahrer aus Niederösterreich, hatte über Jahre freiwillig die Rumänin finanziell unterstützt. Und das tatkräftig mit insgesamt rund 250.000 Euro. „Ich hatte mir eine Beziehung gewünscht, wollte, dass wir zusammenziehen“, so der Mann im Prozess am Donnerstag.

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Ich hatte mir eine Beziehung gewünscht, wollte, dass wir zusammenziehen.

Der Niederösterreicher

Der Reihe nach
Die damals in Vorarlberg lebende Rumänin und der Baggerfahrer aus Niederösterreich lernen sich 2008 kennen. Schon damals greift ihr der Mann finanziell unter die Arme. „Mal konnte sie die Miete nicht zahlen, dann brauchte sie Geld fürs Essen. Ein andermal wieder Geld für die Beerdigungskosten ihrer Mutter und eines Onkels.“ Von ihrer Spielsucht weiß er nichts. Nur, dass ihr Dispo bei der Bank im Minus ist. Auf ihren Wunsch hin überweist er seiner Geliebten die jeweilige Finanzspritze auf ein eigens dafür eingerichtetes Konto einer Freundin, die ihr dann wiederum die Barschaft aushändigt.

Kein Happy End
Die vermeintliche Liebesbeziehung geht nach sechs Jahren in die Brüche. Als sich die Rumänin 2018 über Facebook wieder bei ihm meldet, findet die Romanze ihre Fortsetzung. „Sie sagte, sie wolle einen Verlobungsring, mich heiraten und eine Familie mit mir gründen.“ Also zahlt der Verliebte brav weiter an seine Angebetete.

Doch zum Happy End kommt es auch diesmal nicht. Dass der Fall eine schräge Optik bietet, steht für den Richter fest. Da der Niederösterreicher jedoch zugibt, der Frau das Geld aus freien Stücken gegeben zu haben, wird die Angeklagte rechtskräftig im Zweifel freigesprochen. Ebenso ihre rumänische Freundin, die als Beitragstäterin angeklagt war.

Chantal Dorn
Chantal Dorn
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