16.12.2021 08:00 |

Suche nach Ursachen

Wörthersee: Öko-Qualität nur noch mäßig?

Die Natur wird durch Bebauung und intensive Nutzung immer weiter zurückgedrängt: Einer WWF-Studie zufolge sind 40 Prozent der heimischen Gewässer in keinem guten Zustand. Die Folgen wirken schwer. Auch der Wörthersee ist betroffen. Der Zustand unserer beliebten Badewanne sei nur noch mäßig. Auch die Artenvielfalt nimmt ab. Nun startet die Suche nach den Ursachen und Maßnahmen zum Schutz des Naturjuwels werden geprüft.

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Hohe Wellen schlagen derzeit aktuelle Untersuchungsergebnisse heimischer Seenforscher. Bei der Bestandsaufnahme des ökologischen Zustandes des Naturjuwels Wörthersee für den Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP 3 2021 - 2027) haben die Forscher einen folgenschweren Rückgang der Artenvielfalt festgestellt. Konkret geht es um eine aus dem See verschwundene Algenart. Der Zustand des großen Kärntner Landesstolzes und Tourismuszugpferdes wird als Folge nur noch mit mäßig ausgewiesen. Auch wenn hier der Prestigeverlust auf den ersten Blick wohl schwerer wirkt als der Schaden im Ökosystem herrscht bei den Ökologen Nervosität.

Ist das Verschwinden der Alge ein erstes Vorzeichen für ein ökologisches Ungleichgewicht? „Um die Ursache zu finden, sehen wir uns alle möglichen Belastungen an. Es wird eine Studie erstellt“, kündigt Günther Weichlinger, Leiter der Umweltabteilung im Land, an.

Im engeren Kreis der Verdächtigen finden sich der Nutzungsdruck (Bootsverkehr, Tourismus), die Bebauung sowie die Erwärmung des Sees. Weichlinger: „Wir werden uns das alles genau ansehen und Verbesserungsmaßnahmen erarbeiten.“ In einer Reaktion spricht sich Raumordnungsreferent Daniel Fellner strikt gegen die Verbauung der Seeufer aus: „Es braucht neue gemeindeübergreifende Entwicklungskonzepte für die heimischen Seen.“

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Der Zustand ist erstmals von gut auf mäßig gesunken. Jetzt suchen wir nach den Ursachen. Dann müssen Schutzmaßnahmen erarbeitet werden.

Günther Weichlinger, Leiter Umweltabteilung

Generell dürfte die Behörde bei Naturschutzbewilligungen am See künftig noch genauer hinsehen. Nachgedacht wird im Amt sogar über Schifffahrtsverbotszonen, um den Wellenschlag zu reduzieren und die Ufer zu schützen. Ursachen für das Verschwinden der Algen könnten auch der Klimawandel und die Erwärmung des Sees sein: Die Wassertemperatur hat um zwei Grad zugenommen, was auch die Durchmischung des Sees stört. Fakt ist, dass etwas passieren muss, um die Öko-Qualität des Wörthersees zu verbessern: Nach der Wasserrahmenrichtline gilt ein Verschlechterungsverbot. Empfindliche Strafen drohen.

Thomas Leitner
Thomas Leitner
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