Nur Doppelgänger?
Erstaunlich vitaler Gadafi lässt sich in Tripolis feiern
Egal ob echt oder gefälscht, der Auftritt passt jedenfalls gut zur Rede seiner Tochter Aisha al-Gadafi, die ihre Landsleute wenig später zum Widerstand gegen die Aufständischen und ihre Verbündeten aufrief. "Wer Gadafi nicht will, der verdient nicht zu leben", sagte sie vor Anhängern im Stützpunkt Bab al-Asisi in Tripolis (siehe auch Infobox).
Westen steckt Libyen-Linie ab
Indes hat der Westen die weitere Linie im Libyenkonflikt abgesteckt: Es werde nicht lockergelassen, ehe Machthaber Gadafi nicht die Führung abgibt. Gadafi müsse "weg, und zwar für immer", schrieben US-Präsident Barack Obama, der britische Premier David Cameron und der französische Staatschef Nicolas Sarkozy in einem gemeinsamen Beitrag für die britische "Times", den französischen "Figaro" und die "Washington Post".
Würde Libyen seinem Schicksal überlassen, bestehe das Risiko, dass das Land zu einem "gescheiterten Staat" werde. "Solange Gadafi an der Macht ist, müssen die NATO und ihre Koalitionspartner ihre Operationen weiterführen, so dass Zivilisten geschützt bleiben und Druck auf das Regime aufgebaut wird", schreiben Obama, Sarkozy und Cameron. Die Welt würde sich eines "skrupellosen Verrats" schuldig machen, würde Gadafi an der Macht bleiben, heißt es weiter. Auch eine Waffenruhe mit einem Ausstiegsszenario für Gadafi, das Mitglieder seiner Familie in Libyen an der Macht belasse, sei nicht akzeptabel. "Es ist undenkbar, dass jemand, der sein eigenes Volk massakrieren wollte, eine Rolle in einer künftigen Regierung spielt."
Frankreichs Villepin warnt vor Absetzung Gadafis
Der französische Ex-Premier Dominique de Villepin warnte hingegen davor, Gadafi abzusetzen. "Achtung, die Resolution 1973 gibt uns heute nicht das Mandat, das Regime in Libyen zu ändern. Die Regierung von (US-Präsident George W.) Bush hat genau diesen Fehler im Irak begangen", sagte de Villepin, der sich 2003 als Außenminister vehement gegen einen bewaffneten Einsatz im Irak stark gemacht hatte, dem Radisoender RTL am Freitag.
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