28.11.2021 08:55 |

Portrait

Nur nicht im Status quo verharren!

Heike Kaufmann war als Geschäftsführerin maßgeblich am Erfolg des „poolbar-Festivals“ beteiligt. Aktuell lotst sie den Dornbirner „Spielboden“ mit Umsicht durch die Pandemie.

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„Das Kritische und Widerständige, das lag mir schon immer“, sagt Heike Kaufmann über sich. So gesehen hat sie als Geschäftsführerin des Dornbirner „Spielbodens“ den idealen Job gefunden. Schon früh im autonomen Jugendzentrum sozialisiert, kam sie in Kontakt mit links-alternativen Lebensentwürfen und feministischen Positionen, aber auch mit Punk- und Indie-Konzerten.

„Wir veranstalteten Events mit Bands in leer stehenden Gebäuden, nicht immer ganz legal, aber immer mit viel Leidenschaft“, erinnert sich die Mit-Vierzigerin an ihre Anfänge. Kein Wunder, dass sie auch vom poolbar-Festival, das sie 1997 erstmals besuchte, begeistert war und bald zum Organisationsteam gehörte: „Junge, mutige, im positiven Sinn Wahnsinnige, die ein Gesamtkunstwerk erschaffen wollten - eine wunderbare Initiative!“

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Das Kritische und Widerständige, das lag mir schon immer

Heike Kaufmann

Nach einem Finanzcrash 1999 stellte Heike den Verein gemeinsam mit Herwig Bauer auf professionelle Füße - der Rest ist Geschichte, ja fast schon Legende. „Ich habe mein halbes Leben damit verbracht, Zeit, Energie und Herzblut in das Projekt zu stecken - und dafür auch unglaublich viel zurückbekommen“, bilanziert sie über jene knapp 20 Jahre, in denen sie und Bauer die „poolbar“ zu Westösterreichs Independent-Festival Nr. 1 machten. Irgendwann war es für Heike aber an der Zeit, etwas Anderes zu probieren, neue Erfahrungen zu sammeln: „Ein Freund schickte mir die Ausschreibung zur Spielboden-Geschäftsführung und ich wusste intuitiv, dass dies das Richtige für mich wäre“.

Immer in Bewegung
Gespürt, getan: Seit drei Jahren leitet Heike den Spielboden und ist parallel dazu, ebenfalls ein Herzenswunsch, endgültig nach Vorarlberg gezogen. „In Sachen Spartenvielfalt, ständiger Weiterentwicklung und inhaltlichem Anspruch gibt es kaum einen vergleichbaren Kulturveranstalter in Österreich“, weiß die Mutter zweier Teenager nicht zuletzt aus ihrer langjährigen Erfahrung als Beirätin für Kulturinitiativen im Bundeskanzleramt.

Da es die Pandemie in den vergangenen zwei Jahren aber nicht zuließ, bei rund 400 Veranstaltungen etwa 40.000 Gäste zu begrüßen, übten sich Heike und ihr Team in Improvisation: „Neben Tanz-Performances am Freiluft-Parkdeck und einer eigenen Online-Version des Menschenrechts-Filmfestivals ’Human Vision’ waren wir mit die Ersten im Ländle, die Konzerte und andere Events gestreamt haben.“ Und nach Corona? „Verharren im Status quo bedeutet Stillstand, also müssen wir in Bewegung bleiben. Ich habe etwa die Vision eines feministischen Mehrsparten-Festivals.“ Das könnte spannend, kritisch und widerständig werden!

Raimund Jäger
Raimund Jäger
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