26.11.2021 06:00 |

Millionen-Minus

Wirtschaft: „Dieser Lockdown ist eine Katastrophe“

Das erneute Runterfahren kostet die steirische Wirtschaft zwischen 70 und 100 Millionen Euro pro Woche! Besonders betroffen ist natürlich der Handel, von Unternehmern kommt heftige Kritik an der Politik.

Die Rollläden sind wieder unten. Nur etwas mehr als einen Monat, nachdem in der Steiermark mit 543.000 Personen eine Rekordbeschäftigung vermeldet wurde, traf viele Unternehmer der nächste Lockdown-Hammer. Das Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) der Wirtschaftskammer Steiermark geht davon aus, dass das neuerliche Runterfahren die weiß-grüne Wirtschaft zwischen 70 und 100 Millionen Euro pro Woche kostet. Bundesländer wie Tirol oder Salzburg, die stärker vom Tourismus abhängig sind, würde es sogar noch härter treffen.

Für viele steirische Händler ist das aber nur ein schwacher Trost. „Für den Handel ist dieser Lockdown in der wichtigsten Zeit des Jahres eine einzige Katastrophe. Der wirtschaftliche Schaden wird gigantisch sein“, ist Jean-Erich Treu, Eigentümer des Leobner Einkaufszentrum LCS, überzeugt. Er kritisiert die Politik hart: „Für mich ist das alles nicht durchdacht. Auch der Umsatzersatz, den man dann bekommt, ist ja nie so hoch, wie die eigentlichen Einnahmen. Außerdem will man als Unternehmer nicht abhängig von Almosen sein.“

„Für uns schon traurige Routine“
Doppelt bitter ist das neuerliche Herunterfahren für die Autohändler. „Der vierte Lockdown ist für uns schon traurige Routine - der aktuelle verstärkt aber das Problem mit den enormen Lieferengpässen durch den Halbleitermangel“, sagt Peter Jagersberger vom gleichnamigen steirischen Traditionsautohaus. Wer überlegt, sich im nächsten Jahr ein Auto zu kaufen, sollte sich aus seiner Sicht rasch entscheiden. „Eigentlich müsste man schon jetzt bestellen, damit man das Auto im nächsten Jahr bekommt.“

Akuter Mangel an Fachkräften
In der steirischen Industrie laufen die Maschinen zwar noch auf Hochtouren, doch der steirische IV-Präsident Stefan Szolitzka warnt: „Wir stehen wieder vor enormen Herausforderungen. Lieferketten sind bereits nachhaltig beeinträchtigt, hinzu kommt der akute Fachkräftemangel.“ Dieser werde durch zusätzliche coronabedingte Krankenstände und Quarantänefälle weiter befeuert. „Unser aller Ziel muss daher die Erhöhung der Impfquote sein“, fordert Stolitzka.

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