25.11.2021 11:37 |

Unternehmen klagt

Pfizer-Mitarbeiterin soll Akten gestohlen haben

In einer Klage vor einem kalifornischen Bundesgericht behauptet der US-Pharmariese Pfizer, dass eine „baldige ehemalige Mitarbeiterin“ Tausende von Dateien, darunter auch Dokumente mit Geschäftsgeheimnissen im Zusammenhang mit seinem Corona-Impfstoff, unterschlagen habe. 

Mehr als 12.000 Dateien - darunter zahlreiche Dokumente mit vertraulichen Informationen - soll Chun Xiao Li auf ein Google-Drive-Konto hochgeladen haben. Die Dokumente sollen sich auf eine breite Palette von Themen beziehen, darunter Analysen von Impfstoffstudien, operative Ziele und Entwicklungspläne für neue Medikamente, so Pfizer in einer am Dienstag beim U.S. District Court for the Southern District of California eingereichten Klage.

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Pfizer nimmt den Schutz von sensiblen und vertraulichen Informationen sehr ernst. Der Schutz dieser Informationen ist entscheidend für die wissenschaftliche Innovation, die uns letztendlich in die Lage versetzt, den Patienten einen Durchbruch zu verschaffen.

ein Sprecher des Unternehmens

Einstweilige Verfügung gegen Li
Pfizer habe geglaubt, Li wolle mit den vertraulichen Informationen zum Konkurrenten Xencor Inc. gehen, als sie mit dem Herunterladen der Dokumente konfrontiert wurde. Der Pharmakonzern beantragte eine einstweilige Verfügung, um Li daran zu hindern, vertrauliche Informationen, die sie besitzt, zu verwenden, offenzulegen, weiterzugeben oder zu verändern. Außerdem soll das Gericht anordnen, dass Li dem externen Rechtsbeistand von Pfizer Zugang zu ihren persönlichen Google-Drive-Konten und allen ihren Computergeräten gewährt.

Li bekam Stellenangebot von Xencor
Die Offenlegung von Geschäftsgeheimnissen könnte ausländischen Herstellern helfen, Nachahmerversionen von Impfstoffen zu produzieren, die von Pfizer entwickelt wurden. Ein Sprecher von Xencor stellte fest, dass das Unternehmen nicht an der Klage beteiligt sei, und lehnte eine weitere Stellungnahme ab. Eine digitale Überprüfung von Lis Pfizer-E-Mails ergab, dass sie ein Vorstellungsgespräch geführt und ein Stellenangebot von Xencor erhalten habe, so Pfizer. Als das Unternehmen Li mit den Informationen konfrontierte, gab sie zu, die Dateien übertragen zu haben. Sie habe die Informationen jedoch nicht kopiert oder an andere Stellen weitergeleitet.

Dokumente von Festplatte gelöscht
Die forensische Untersuchung ergab, dass der Laptop, den sie Pfizer zurückgab, nicht derjenige war, der die 12.000 Dateien heruntergeladen hatte. Bevor Li die Festplatte einreichte, wurde eine beträchtliche Anzahl von Dokumenten von der Festplatte gelöscht. 

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