22.11.2021 09:02 |

Scheider im Interview

Klagenfurter Stadtchef feiert Jubiläum im Rathaus

Der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider zieht nach 20 Jahren im Rathaus eine Zwischenbilanz. Alles begann, als er 2001 sein Landtagsmandat aufgab und für die FPÖ als Stadtrat begann. 2009 hatte er mit dem BZÖ erstmals das Bürgermeisteramt geholt, das er sich als Team Kärnten-Spitzenkandidat bei den heurigen Gemeinderatswahlen wieder erfolgreich zurückerkämpfte.

Das Soziale liegt Ihnen am Herzen, seit 2001 waren Sie bis auf eine kurze Unterbrechung ständig Sozialreferent.
Scheider: „Ich habe die Sozialmärkte für einkommensschwache Bürger vor 20 Jahren ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es zwei. Menschen, die wenig haben, muss einfach geholfen werden.“

Welche Rolle hat Jörg Haider in Ihrem Leben gespielt?
„Ich habe ihn von 1989, als ich sein persönlicher Sekretär wurde, bis zu seinem Tod 2008 begleitet. Sein Tempo war hoch, er hatte Disziplin, Umsetzungsvermögen, Willenskraft. Vieles, das man in die eigene Politkarriere mitnehmen kann.“

Sind Sie eigentlich gegen Corona geimpft?
„Natürlich. Ich habe ein kleine Tochter. Politiker müssen die Infrastruktur zur Krisenbewältigung schaffen. Wir bieten in Klagenfurt neun Test-Container an.“

Sie kommen aus dem Sport. Verraten Sie uns Ereignisse, die keiner weiß?
„Ich habe Tennis-Staatsliga gespielt. Gegen Thomas Muster habe ich verloren, mit Horst Skoff im Doppel meist gewonnen. In Mailand bin ich gegen den späteren Wimbledonsieger Pat Cash angetreten. Bei Union habe ich mit Peter McNamara trainiert. Auch er hat zweimal Wimbledon gewonnen.“

Was ist für Sie ihr eigentlich größtes Projekt, das Sie verwirklicht haben?
„Das Wörthersee-Stadion, das mehr als 100 Millionen Euro gekostet hat. Außerdem wurde unter meiner Ära auch das Leichtathletikstadion errichtet und jetzt haben wir den Umbau der Eishalle fixiert.“

Was waren Ihre bittersten Momente im Rathaus?
„Der Koalitionsbruch 2005, als sich die VP von der FP getrennt hat. Geschadet hat’s anderen, 2009 wurde ich zum Stadtchef gewählt. Auch die Wahlpleite gegen Mathiaschitz 2015 tat weh.“

Wie schlägt Ihnen die Corona-Stimmung entgegen?
„Es gibt Verunsicherung und offene Fragen. Bürger müssen ihren Part leisten.“

Was bringt die Zukunft?
„Die Zeiten werden sich wieder ändern. Aber die Stadt muss eisern sparen.“

Christian Tragner
Christian Tragner
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