11.11.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Uns geht’s gut

2G spaltet das Land, Familien und Freunde. Ist es fair, wenn ein Teil der Bevölkerung vom öffentlichen Leben ausgeschlossen wird? Kann die Freiheit des Einzelnen über dem Wohl der Gesellschaft stehen? Wie können einander Impfbefürworter und Impfskeptiker noch in die Augen schauen? Begleitet werden solche Debatten jeweils von Klagen über alles Mögliche: Corona-Management, Verordnungs-Chaos etc. Inmitten einer solchen Diskussion fragte eine Freundin meines Sohnes plötzlich: „Wissen die Österreicher eigentlich, wie gut es ihnen geht?“

Sofia ist Austauschstudentin aus Mexiko und wundert sich, dass hier alle ständig raunzen. In ihrem Land kostet ein PCR-Test zwischen 120 und 200 Euro, ein Antigen-Test 40 Euro - bei einem Durchschnittseinkommen von 500 Euro monatlich. Der Staat bezahlt nichts. Die Impfung ist zwar kostenlos, aber die Wartezeit ewig. Und keiner kann sich den Impfstoff aussuchen (sie bekam Cansino und konnte damit nicht einreisen). Ihr Kollege Francesco pflichtete ihr bei. „In Italien übernimmt der Staat einen Teil der Kosten. Aber eben nur einen Teil.“

Und in Österreich? Werden alle rundum versorgt. Alles gurgelt, alles testet, keiner muss dafür in die eigene Tasche greifen. Geimpft wird man jetzt schon im Airbus, fehlen nur noch Geldprämien. 2G ist angesichts katastrophaler Zahlen nicht die beste, aber die einzige Lösung, wenn man keine Impfpflicht will.

Manchmal genügt ein Blick über die Grenzen, um zu sehen, wie gut es uns eigentlich geht.

Conny Bischofberger
Conny Bischofberger
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