„Krone“-Interview

Haberlander: „In einer Krise passieren Fehler“

„Einen Lockdown für Geimpfte sehe ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht“, sagt LH-Vize und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (VP), nachdem am Mittwoch Kritik nach ihrem Interview im Ö1-Morgenjournal laut wurde, im Gespräch mit der „Krone“.

„OÖ Krone“: Seit Ihrem Interview im Ö1-Morgenjournal zur Corona-Politik in Oberösterreich stehen Sie bundesweit in der Kritik. Wurden wirklich keine Fehler gemacht?
Christine Haberlander: Selbstverständlich passieren in 1,5 Jahren Krise Fehler. Das braucht eine genaue Analyse. Wo sind Fehler passiert? Was können wir künftig besser machen? Und das tun wir auch selbstkritisch.

Die aktuellen Zahlen in Oberösterreich sind besorgniserregend. Hätte man früher reagieren müssen?
Es war ein ungewöhnlich ruhiger Sommer. Die Dynamik der vierten Welle hat uns überrascht, auch die Experten. Ende Oktober hat das Ganze eine ganz hohe Geschwindigkeit angenommen. Am 25. Oktober haben wir mit einer Expertenrunde entschieden, die FFP2-Maskenpflicht zu verschärfen und das auch gleich umgesetzt. Unsere Regeln sind auch jetzt nach wie vor schärfer als die vom Bund.

Wie schlecht müssen die Zahlen noch werden, dass ein Lockdown real wird?
Im Stufenplan vom Bund ist ab Stufe 5 ein Lockdown für Ungeimpfte vorgesehen. In der Pandemie ist nichts unmöglich, aber einen Lockdown für Geimpfte sehe ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Damit lehne ich mich auch schon weiter raus als andere Politiker. Ausschließen kann man nichts. Wenn die Maßnahmen mitgetragen werden, und wenn wir die Impfquote erhöhen können, ist aber vieles vermeidbar.

Was erhoffen Sie sich von den nächsten Wochen?
Ich hoffe, dass sich die Zahlen stabilisieren. Vor allem im Gesundheitsbereich. Wir müssen alles daran setzen, die Spitäler zu entlasten.

Lisa Stockhammer
Lisa Stockhammer
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