Vor fast genau sieben Jahren flog im oststeirischen Kapfenstein ein Wirtschaftsgebäude in die Luft. Zwei Brüder hatten dort im großen Stil Böller produziert. Einer der Brüder und sein Vater, der ihm gerade ein Bier brachte, starben. Am Mittwoch ging in Graz die dritte Auflage des Prozesses über die Bühne - mit ganz neuen Urteilen.
„Dilettantisch, improvisiert und brandgefährlich!“ - So bezeichnete Staatsanwalt Alexander Birringer schon in den ersten Prozessen die illegale Produktion. Der Hauptangeklagte und Initiator der Böller-Herstellung erklärte, dass er vor sieben Jahren seinen besten Freund und dessen Vater verlor: „Meine größte Strafe.“
Ebenfalls auf der Anklagebank: ein Pyrotechnik-Händler aus der Südsteiermark und dessen Vater, die Auftraggeber für die Böller. Die Schuld des Trios an der tödlichen Explosion war für das Gericht völlig unstrittig.
Keine Menschen konkret gefährdet
Für die drei und zwei weitere Angeklagte, die die Knallkörper transportierten, ging es gestern in Graz nur mehr um die Frage der Gemeingefährdung: Wurden durch das Transportieren und Lagern der Böller konkret Menschen gefährdet? „Nein“, so der Sachverständigen. Dazu gebe es keine Feststellung, erklärte er Richter Andreas Rom. In diesem Fall Freispruch.
Für die tödliche Explosion und ein paar kleinere Delikte gab es nun 5,5 Jahre Haft für den Haupttäter und teilbedingte Haft- bzw. Geldstrafen für die anderen Angeklagten. Der aktuelle Gutachter war übrigens ein anderer als zu Beginn. Der Oberste Gerichtshof hatte plötzlich entschieden, dass der vorige als Ermittler der Polizei befangen sei.









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