Reform-Folgen

"AKh bleiben nur die schweren Aufgaben"

"Für die einzig sinnvolle Lösung, die echte Zusammenführung von AKh und Frauenklinik, hat immer schon der politische Wille gefehlt", sieht der Linzer SPÖ-Bürgermeister Franz Dobusch das städtische Krankenhaus als Opfer der ÖVP-dominierten Spitalspolitik des Landes, in deren Sinn das umfassende AKh-Angebot ausgedünnt werde: "Sie lassen uns nur die schwierigen Aufgaben übrig."

Hauptkritikpunkt nicht nur roter Stadtpolitiker ist die geplante Abtretung der Gynäkologie an die Frauenklinik - auch die Grünen sehen darin ein "frauenpolitisches Armutszeugnis". Dobusch bringt es in Zusammenhang mit der Fristenlösung, die am AKh weiterhin durchgeführt werden soll: "Die lassen sie uns, aber keine ganze Gyn-Abteilung. Ich bin kein Arzt, aber ich habe mir sagen lassen, dass das nicht besonders sinnvoll ist."

Ähnlich gehe es dem AKh mit der Dermatologie, an der eine vorbildliche Versorgung von AIDS-Patienten aufgebaut wurde. Von der Reformkommission hoch gelobt, soll sie erhalten bleiben, aber die Abteilung als solche wird reduziert - auf die schwierigsten Aufgaben, wie Dobusch meint.

Auch andere Spitäler unzufrieden
Die Expertenkommission betrachtet solche Maßnahmen als Stärkung der besonderen Kompetenzen, die jedes Spital hat. Am AKh ist es unter anderem auch die Herzchirurgie, die mittelfristig hier konzentriert werden soll - was wiederum andere SPÖ-Politiker schmerzt: "Die Herzchirurgie an unserem Klinikum ist hervorragend, sie muss erhalten bleiben", wehrt sich die Welser Gesundheits-Stadträtin Silvia Huber. Steyrs SPÖ-Bürgermeister Gerhard Hackl kämpft um die Herzkatheter-Station, die sein Spital zugunsten von Linz verliert.

Das AKh will aber nicht unbedingt Spezial-Krankenhaus sein: "Wir haben über Jahrzehnte eine Versorgung für alle Bereiche aufgebaut", will Dobusch das "umfassende Angebot" erhalten.

Kronen Zeitung

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