10.10.2021 12:25 |

ACH, ÜBRIGENS...

Die Sache mit den liegenden Bällen

„Krone Vorarlberg“-Kolumnist Harald Petermichl hat in seiner neuesten Ausgabe von „Ach, übrigens...“ die Ballbesitzquote der Rapidler analysiert, Statistiken hinterfragt und eine riesengroße Vorfreude auf das heutige Endspiel der UEFA Nations League entwickelt.

Da werden sie senkrecht im Bett gestanden sein in Hütteldorf, als der Herr Kurz die Tage lakonisch meinte, der Ball läge bei den Grünen. Zwar liegt beim großdeutschen Meister aus der Saison 1940/41 seit mehr als einer Rapid-Viertelstunde so einiges im Argen, das stimmt, aber ein Blick auf die wahnsinnig aussagekräftigen Ballbesitzquoten zeigt leider recht eindeutig, dass der Ball in der jüngeren Vergangenheit, zumindest beim Kicken gegen ernstzunehmende Teams wie die Werkself aus Wals-Siezenheim, eher beim Gegner und nur zu 26,5 % bei den Rapidlern lag.

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Das alles ist furchtbar kompliziert, weil alles mit allem zu tun hat.

Harald PETERMICHL

Allerdings ist das ja mit Statistiken, Umfragen und dergleichen immer so eine Sache und es wird wohl kaum jemand drei Tage nach dem Match mit der Stoppuhr vor dem Flatscreen sitzen, um zu überprüfen, ob das alles wirklich stimmt oder ob die Daten vielleicht geschönt und als kleine Gegenleistung für ein ganzseitiges Inserat (von wem auch immer) im „Heimspiel“ genannten Stadionmagazin der Roten Bullen zustande gekommen sind.

Aber Moment mal, grübelgrübel, war da nicht schon mal was mit einem bei den Grünen liegenden Spielgerät? Richtig, in der Online-Ausgabe des Standard war am 24. April 2020 die Überschrift „Fußballbundesliga: Der Ball liegt bei den Grünen“ zu lesen und schon damals ging es um den österreichischen Rekordmeister aus dem 14. Bezirk, natürlich auch um alle anderen Bundesligaclubs, denn man machte sich Gedanken um infektionsverhindernde Geisterspiele in sonst auch nicht aus allen Schweißnähten platzenden Stadien und schon damals wurde Sportminister Kogler der Ball zugespielt, den er magisch anzuziehen scheint, wie man das weiland schon von Xabi Alonso behauptet hat. Der wiederum hatte vor ein paar Jahren zwar keine Probleme wegen Korruption, dafür aber wegen seiner Steuern, weswegen ihn der Staatsanwalt für fünf Jahre einkasteln wollte, ehe sich das Landgericht Madrid am Ende aber doch zu einem Freispruch durchringen konnte.

Das alles ist furchtbar kompliziert, weil alles mit allem zu tun hat. Kurz mit Hütteldorf, Xabi Alonso mit Kogler und dieser wiederum mit Kurz. Widmen wir uns also statt den liegenden lieber den ruhenden Bällen und freuen uns, dass heute Abend in San Siro endlich das langersehnte Finale der Nations League zwischen den Blauen und der roten Furie stattfinden kann, um einen sinnlosen Wettbewerb endlich abzuschließen. Und darüber, dass die UEFA auf ihrer Website dazu schreibt: „Wer, wann, wo und warum (sic!) - wir liefern alle Details zum Endspiel der Nations League.“ Made my day!

Harald Petermichl
Harald Petermichl
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