08.10.2021 15:02 |

Stars am Red Carpet

Ruzowitzkys „Hinterland“ feierte in Wien Premiere

Oscarpreisträger Stefan Ruzowitzky bringt nun mit „Hinterland“ einen besonderen Thriller ins Kino, der sich stilistisch am Deutschen Expressionismus orientiert und Murathan Muslu als traumatisierten Kriegsheimkehrer auf Mörderjagd schickt. Am Donnerstag fand die Premiere in Wien statt.

Im Zentrum steht der einstige Kriminalbeamte Peter Perg (Muslu), dessen Welt in den Nachwellen der Kriegsdetonationen zerborsten ist. Oder besser gesagt: Es gibt sie schlicht nicht mehr. Als der einstige Kriminalbeamte zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Wien zurückkehrt, ist die Monarchie Vergangenheit, das Reich ebenso und auch die alte Ordnung der Gesellschaft.

Es ist eine derangierte Welt, in die Perg geworfen wird - und Ruzowitzky zeigt sie gemeinsam mit seinem Stammkameramann Benedict Neuenfels als eben solche. In Hommage an expressionistische Klassiker wie Robert Wienes „Cabinet des Dr. Caligari“ erschaffen sie ein Wien, in dem die Perspektiven verschoben sind, die Gebäude sich antinaturalistisch aufeinandertürmen. Anders als in den Vorbildwerken aus den 20ern sind die Hintergründe jedoch nicht mittels realer Bühnenbilder erzeugt, sondern gänzlich digital, wurde „Hinterland“ doch beinahe vollständig vor Bluescreen gedreht.

„Habe da echt alles gegeben“
Für Murathan Muslu eine neue Erfahrung, die ihm aber „keine Probleme“ bereitete, wie er erzählte. „Wir bekamen im Vorfeld Schablonen und Skizzen zu sehen, um uns vorstellen zu können, wie eine Szene in etwa aussehen soll. Das wirklich Coole war für mich dabei, dass man beim Spielen einen viel größeren Fokus auf das Gegenüber, den Spielpartner hat, wenn man es mit einem normalen Set vergleicht. Der Augenkontakt ist viel intensiver, weil es keine Ablenkung gibt! Das war als Schauspieler schön.“ Überhaupt habe er beim Dreh „echt alles gegeben“, so der 39-Jährige.

Dass sein Film im August bei den Fimfestspielen mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde, freut Stefan Ruzowitzky besonders. „Ich hatte ,Hinterland‘ tatsächlich nicht als typischen Publikumsfilm gesehen hätte, sondern von der ästhetischen Seite her eher als Experimentalfilm. Insofern war es eine schöne Überraschung, dass das Publikum so darauf eingestiegen ist! Und es hilft natürlich bei den internationalen Verkäufen, wenn gesehen wird, dass auch die Zuschauer mit dem Film viel anfangen können.“

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