Berchtold hat die Präsidentschaft des Vorarlberger Gemeindeverbands seit 1995 inne. Eigentlich hätte er im vergangenen Oktober für eine neuerliche Amtszeit bestellt worden sollen, wenige Tage vor dem angesetzten Gemeindetag machte Berchtold aber den Vergewaltigungsvorwurf gegen ihn publik, woraufhin der Gemeindetag abgesagt wurde.
"Werde Kraft auf Heimatstadt konzentrieren"
"Mich haben viele Bürgermeisterkollegen gebeten, weiter als Präsident zur Verfügung zu stehen", so Berchtold. Der Gemeindeverband wäre laut seinen Angaben auch bereit gewesen, den Gemeindetag weiter bis zum rechtskräftigen Abschuss des Verfahrens zu verschieben. Er habe sich aber dazu entschlossen, den Weg für die Abhaltung des Gemeindetags freizumachen. "Die Agenden des Verbands sind bei Vizepräsident Sonderegger in besten Händen. Ich selber werde nun alle Kraft auf die Arbeit in meiner Heimatstadt konzentrieren", sagte Berchtold. Der Vorstand des Gemeindeverbands will am 31. März einen neuen Wahlvorschlag für das Präsidium erstellen.
ÖVP-Landesparteichef Landeshauptmann Herbert Sausgruber lobte Berchtold am Montag als einen "immer guten Partner des Landes". Der Feldkircher Bürgermeister sei ein "sehr verdienstvoller Präsident", der stets wirksam die Interessen der 96 Vorarlberger Gemeinden vertreten habe. Berchtolds Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur sei zu respektieren.
Opposition machte Druck
Vor knapp zwei Wochen hatte die Vorarlberger Opposition Druck auf Berchtold und den Gemeindeverband erzeugt, indem sie auf die Überfälligkeit des verschobenen Gemeindetags hinwies. Gemäß den Satzungen des Gemeindeverbands hätte die Neuwahl des Verbandsvorstandes nämlich spätestens im Herbst vergangenen Jahres stattfinden müssen. Zuvor hatte bereits FPÖ-Landeschef Dieter Egger im Landtag festgestellt, dass "für meine Fraktion Berchtold als Gemeindeverbandspräsident untragbar geworden" ist.
Berchtold steht weiter in Kritik
Der 56-jährige Berchtold ist Anfang März am Landesgericht Feldkirch in erster Instanz vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Aufgrund der Urteilsbegründung, nach der die geschlechtlichen Handlungen nach Ansicht des Gerichts für das Opfer nicht freiwillig waren, steht Berchtold aber weiter in der Kritik. Die Opposition von FPÖ, Grünen und SPÖ fordert den Rückzug des 56-Jährigen aus allen seinen politischen Funktionen.
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