Zusatztafeln geplant

NS-Straßennamen bleiben in Stadt Streitfall

Salzburg
23.09.2021 14:00
Der 1100 Seiten starke Bericht der Historikerkommission zur Umbenennung von NS-belasteten Straßennamen dürfte hinfällig sein. Der von Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) befragte Historiker schlug vor, bei vier Straßen Erklärungstafeln anzubringen. Eine Mehrheit dafür gibt es, der Gemeinderat diskutierte das heftig.

Es gibt noch keinen beschlussreifen Amtsbericht. Doch im Gemeinderat war das Thema der NS-belasteten Straßennamen auf Vorschlag der Neos am Mittwoch in der „Aktuellen Stunde“ großes Thema. Die Debattierstunde des Stadtparlaments fiel mit knapp zwei Stunden rekordverdächtig lang aus.

ÖVP, FPÖ und Liste SALZ sprechen sich für die Variante mit vier Erklärungstafeln aus. Bürgermeister Harald Preuner meinte, dass man für eine Bewertung von Personen mehr betrachten müsse als die Zeit von 1933 bis 1945.

Die SPÖ warf Preuner ein fragwürdiges Demokratieverständnis vor, da er den Bericht der Historikerkommission nicht berücksichtige. Die Bürgerliste sprach sich für die Umbenennung aller 13 Straßen aus und wies darauf hin, dass in Salzburg 66 Straßen nach NSDAP-Mitgliedern, aber nur 37 nach Frauen benannt seien.

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