Diskriminierungsfall:

Anfragen im Nationalrat nach Kür des Rektors

Der Diskriminierungsfall an der Spitze der Pädagogischen Hochschule Linz, wo im November 2019 Rektor Herbert Gimpl weichen musste, löst gleich zwei parlamentarische Anfragen an ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) aus. Eine von den Neos, eine von der SPÖ. Bildungslandesrätin Christine Haberlander, ÖVP, streut aber auch dem Gimpl-Nachfolger Walter Vogel Rosen.

Die Bundes-Gleichbehandlungskommission hat in ihren Gutachten festgestellt, dass Ex-Rektor Herbert Gimpl durch die Besetzung „seines“ Jobs mit Walter Vogel „aufgrund der Weltanschauung“ diskriminiert worden sei. Gimpl gehört der SPÖ an. Das hat am Dienstag weitere Reaktionen ausgelöst. SPÖ-Klubchef Michael Lindner dankt Gimpl „für seinen Mut, gegen die Diskriminierung durch die ÖVP vor der Gleichbehandlungskommission anzukämpfen“. Und er meint: „Nicht jeder, der den langen Arm der türkisen ÖVP-Familie im Berufsleben zu spüren bekommt, wagt es sich zu wehren.“

Absolut objektiv
Die Grünen, die mit der SPÖ den Bestellvorgang schon 2019 kritisch hinterfragt haben, heben die Bedeutung solcher Personalentscheidungen hervor: „Eltern, Schüler und Pädagogen müssen darauf vertrauen können, dass das qualifizierteste Personal in derart verantwortungsvolle Positionen kommt, unddass die dafür vorgesehenen Bestellverfahren absolut objektiv ablaufen und Befähigung das einzige Kriterium ist.“

Entscheidung zu akzeptieren
ÖVP-Bildungslandesrätin Christine Haberlander will aber nichts umstoßen: „Die Entscheidung des Ministeriums (für Vogel) ist zu akzeptieren. Die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Rektor Gimpl habe ich sehr geschätzt und seine Expertise war mir stets wertvoll. Ich arbeite jetzt sehr gut mit Rektor Vogel zusammen, der sehr verbindend ist und bemüht ist, Brücken zu bauen. Er ist - wie sein Vorgänger - interessiert, das Bildungsland Oberösterreich weiterzuentwickeln.“

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Dienstag, 19. Oktober 2021
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