Sie steigen wieder...

Zinsabsicherung bei Krediten – Tipps & Infos!

Wirtschaft
10.03.2011 18:39
Während die Sparer aufgrund der tristen Zinsen weinen, freuen sich die Kreditnehmer über das historisch niedrige Zinsniveau. Doch dieses Blatt wird sich in Zukunft wieder wenden. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich über Absicherungsmaßnahmen zu informieren, damit du nicht von steigenden Zinsen überrascht wirst.

Neueste Prognosen gehen von einem Steigen der Zinsen mit Jahresende, spätestens Anfang nächsten Jahres aus. Dafür spricht eine stetig höher werdende Inflationsrate, die mit aktuell 2,4 Prozent wieder deutlich höher ist als in den letzten Jahren. Die Europäische Zentralbank wird daher über kurz oder lang wieder das Ziel Geldwertstabilität mehr beachten und die Leitzinsen anheben müssen. Und das bedeutet für Kreditnehmer, dass es wieder teurer wird.

Möglichkeit 1 – Bauspardarlehen
Eine günstige Möglichkeit der Zinsabsicherung besteht in der Finanzierung über ein Bauspardarlehen. Bei dieser Finanzierungsform hast du eine automatische und kostenlose Zinsobergrenze von sechs Prozent nominal, auch wenn die Zinsen bei klassischen Bankdarlehen darüber steigen sollten. Bauspardarlehen sind im Moment günstig zu bekommen und werden oft mit Fixzinsphasen für die ersten ein bis zwei Jahre der Laufzeit angeboten. Aber Achtung: Der Aufschlag nach der Fixzinsphase ist oft höher als bei klassischen Bankdarlehen, weshalb des Bauspardarlehen oft von der monatlichen Rate her teurer ist. Auch dauert es bei Bauspardarlehen meist länger, bis Zinssenkungen spürbar werden, da oft der Zwölf-Monats-Euribor als Basiszinssatz verwendet wird – es dauert somit zwölf Monate, bis sich Zinsänderungen durchschlagen.

Möglichkeit 2 – Fixzinssatz vereinbaren
Eine andere Option besteht darin, jetzt einen Fixzinssatz mit seiner Bank zu vereinbaren. Ein Fixzinssatz hat aktuell jedoch den Nachteil, dass du oft deutlich mehr zahlst, als das variable Zinsniveau ist. Zahlst du bei einem variablen Zinssatz 3,5 Prozent, so liegt der Fixzinssatz für fünf Jahre etwa bei fünf Prozent und damit klar darüber. Ein Fixzinssatz beginnt sich erst dann auszuzahlen, wenn das variable Zinsniveau über den vereinbarten fixen Wert steigt. Übliche Laufzeiten für Fixzinssätze bewegen sich ab 1,5 Jahren aufwärts, wobei gilt: Je länger die Periode, für die der Zinssatz fixiert wird, desto höher der angebotene Zinssatz. 

Möglichkeit 3 – Zinscap
Weniger bekannt ist die Möglichkeit der Absicherung über Zinscaps, das heißt, eine Zinsobergrenze, die du zu deiner Finanzierung dazukaufst. Ein Zinscap ist ein Optionsschein, der dir die Zinszahlung über einem bestimmten Schwellwert, dem so genannten Strike-Preis, auszahlt. Meist liegt dem Cap ein Euribor-Wert zugrunde, wie etwa der Drei-Monats-Euribor, der auch die Basis für deine Kreditrate ist. Ein Zinscap mit einem Strike-Preis von drei Prozent für zehn Jahre bedeutet demnach, dass der Cap dir während der Laufzeit von zehn Jahren jenen Teil deiner Rate zahlt, der über drei Prozent zzgl. deinem Aufschlag liegt. Hast du einen Aufschlag von zwei Prozent, und steigt der Drei-Monats-Euribo auf 3,5, dann hättest du einen Zinssatz von 5,5 Prozent, von dem dir 0,5 Prozent das Zinscap zahlt. Du hast somit eine Absicherung bei fünf Prozent. 

Ein Zinscap erfordert eine Einmalprämie, die oft über die Finanzierung mit abgedeckt werden kann. Aber Achtung: Die Zahlungen aus dem Cap unterliegen der Wertpapier-KESt, da es sich um einen ganz normalen Optionsschein und somit um ein Wertpapier handelt. Der Vorteil des Caps ist dennoch der, dass du eine Absicherung nach oben hast und zusätzlich auch bei fallenden Zinsen weniger Rate zahlst (im Gegensatz zu einem Fixzinssatz).

Möglichkeit 4 – Zinsvorauszahlungen
Eine weitere Option sieht so aus, dass du einfach jetzt freiwillig mehr in deinen Kredit einzahlst, somit Vorauszahlungen leistest. Diese sind bis 10.000 Euro pro Jahr pönalfrei möglich, und du reduzierst deinen Außenstand schneller – bist also bereits auf einem niedrigeren Schuldenstand, wenn die Zinsen wieder steigen, und kannst dann deine Rate reduzieren lassen. Oder du sparst einfach auf ein Sparbuch, von dem du dann einen Zuschuss zu deiner Rate monatlich abheben kannst.

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