Anschlagserie

Bomber in Kärnten hatten auch Kontakt zur IRA

Kärnten
10.03.2011 11:56
Der erste Bericht der Historiker-Kommission zu den Hintergründen der Anschlagserie in den Siebzigerjahren in Kärnten ist da. Die Namen der Drahtzieher bleiben zwar weiter geheim, dafür wurden neue Details bekannt. Demnach war auch die IRA in Kärnten aktiv. Die Kommission untersucht sowohl die Ereignisse rund um den "Ortstafelsturm" als auch die 19 Anschläge, die zwischen 1970 und 1979 in Kärnten für Schrecken sorgten.

Wie die "Krone" aufgedeckt hatte, war daran auch ein Bleiburger Sprengmeister beteiligt: Bei einer anschließenden Razzia im Elternhaus wurden Waffen und Sprengstoff gefunden (siehe Bild oben).

Die Namen der damals handelnden Akteure wollen die Historiker vorerst aber nicht nennen – sie sollen im Abschlussbericht veröffentlicht werden. "Bevor wir nicht die gesamte Aktenlage kennen, können wir uns dazu nicht äußern", erklärt der wissenschaftliche Leiter der Kommission, Alfred Elste.

Mehrere linksradikale Zellen
Dass die Zurückhaltung mit dem kurz vor Abschluss stehenden Ortstafelverhandlungen stehe, dementiert der Leiter der Kommission, Wilhelm Wadl. Er kündigt aber an, jene Personen sehr wohl nennen zu wollen, die sich damals "politisch eingebracht haben". Fest stehe mittlerweile, dass mehrere linksradikale Zellen für die Aktionen verantwortlich gewesen seien. Es gab Kontakte zu den "Roten Brigaden" in Italien, aber auch zur IRA (Irish Republican Army).

Demnach habe ein IRA-Mann sogar bei einer Jugendveranstaltung von Kärntner Slowenen in Eberndorf referiert. Dabei wurde auch über Anschläge gesprochen – ob diese über die "IRA-Connection" tatsächlich durchgeführt wurden, ist noch nicht bewiesen.

von Thomas Leitner, Kärntner Krone

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