Am Gipfel ließ Felix Mitterer bereits Theater spielen, derzeit gibt es „Langzeittheater“ um die Seilsicherungen am Westgrat des Telfer Hausbergs Hohe Munde. Zwei (!) Jahre schon ist die Route durch das „Rauhe Tal“ wegen Beschädigungen an den Sicherungen offiziell gesperrt, im Herbst soll die Reparatur nun klappen.
Der allerletzte Abschnitt am Westgrat zum Hauptgipfel der Munde (2662 m) führt über eine klettersteigähnliche Passage durch das sogenannte „Rauhe Tal“. Vor drei Jahren wurden die Seile und Verankerungen in der viel begangenen Route um gut 30.000 € generalsaniert. Im folgenden Winter passierten freilich Beschädigungen, sodass die Gemeinde Telfs – offiziell Eigentümer der Munde – den Abschnitt sperrte. Und diese Sperre dauert bis heute an.
Appell an Selbstverantwortung
Dabei bestehe laut dem Telfer Bürgermeister Christian Härting kein Risiko: „Wir haben das ,Rauhe Tal‘ nur vorsichtshalber gesperrt, weil an zwei Stellen der Anker für die Sicherungen ausgerissen ist. Eine wirkliche Gefahr geht davon nicht aus.“ Er appelliert an die Selbstverantwortung. Dennoch drehen viele Auswärtige, die die Warntafeln am Beginn der Route lesen, kurzerhand wieder um.
Die Gemeinde habe sich die Reparatur einfacher vorgestellt, räumt Härting ein: „Wir haben bei der Sanierungsfirma auf Gewährleistung gepocht, leider vergeblich.“ Und viele Unternehmen, die die Reparatur durchführen, gebe es nicht.
Könnte die Gemeinde freilich die Sache alleine entscheiden, wäre alles längst erledigt, meint Härting. Weil jedoch der Tourismusverband mitzahle, sei eine Solotour nicht möglich.
11.000 Euro Kosten
Stichwort „zahlen“: Um ein Schnäppchen handelt es sich bei der Reparatur der Anker nicht. Die Kosten belaufen sich auf stolze 11.000 Euro. Allein für Hubschrauberflüge gilt es, 4000 Euro einzuplanen. Zum Vergleich: Die komplette Sanierung der Route kostete damals gut 30.000 Euro.
Auf die Bremse trat zuletzt auch das Land Tirol, das die Arbeiten fördert: Die Gemeinde müsse erst weitere Angebote einholen. Dennoch soll demnächst der Vorhang für das Theaterstück fallen. „Die Vergabe der Arbeiten erfolgt in rund zwei Wochen“, sagt BM Härting. Noch vor Wintereinbruch dürfte dann die Sperre aufgehoben sein - wohl zu spät für den Tourenherbst 2021.
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