31.08.2021 05:00 |

Mundgesundheit

Achtung: „Saurer“ Angriff auf die Zähne!

Wird die äußere Schicht des Zahns, der Zahnschmelz, zum Beispiel aufgrund von säurehaltiger Ernährung abgetragen, zerstört dies unumkehrbar die Zahnsubstanz und die „Beißerchen“ verlieren ihre Festigkeit. Rund 45 Prozent der 35-44-Jährigen sind von einer derartigen Zahnerosion betroffen und mit steigendem Alter erhöht sich das Risiko.

Während der Konsum von Gemüse in den vergangenen Jahren weniger wurde, stieg jener von säurehaltigen Getränken wie Limonaden oder Energy Drinks deutlich an. Das Trinken aus Ventilflaschen verstärkt die schädigende Wirkung noch zusätzlich, denn dadurch werden die Zähne länger „umspült“. Auch gesunde Lebensmittel enthalten Säure. Ein pH-Wert unter 4,5, wie in vielen Obstsäften oder Salatdressings auf Essigbasis (Vinaigrette), kann zu erosiven Schäden führen. Entscheidend ist die Konsumhäufigkeit und die Verweildauer im Mund, wie Experten bei einem Pressegespräch anlässlich des Tages der Mundgesundheit berichteten.

Der Angriff auf den Zahnschmelz passiert schleichend. Bei einer leichten Erosion verändert sich nur die Oberfläche. Dieser Zustand bleibt vom Betroffenen meist unbemerkt, da keine weiteren Symptome oder Beschwerden damit einhergehen und nur der Zahnarzt eine beginnende Veränderung rechtzeitig feststellen kann. Beim Fortschreiten der Zahnerosion kann die Zahnsubstanz sichtbar gemindert sein. Zudem treten mitunter verstärkte Farbveränderungen und Überempfindlichkeit der Zähne auf.

„Neben Säuren, die von außen zugeführt werden, können auch interne Faktoren wir Magensäure den Zahnschmelz abbauen. Überempfindlichkeiten auf Hitze und Kälte sind die Folge, doch auch ästhetische und funktionelle Probleme können in schweren Fällen daraus resultieren. Eine Umstellung von Ernährungsgewohnheiten spielt hier eine ebenso wichtige Rolle wie die Stärkung der verbliebenen Zahnhartsubstanz gegen weitere Säureangriffe“, so Univ.-Prof. Dr. Hady Haririan, PhD, MSc, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie.

Konkrete Tipps für den Alltag

  • Der Zustand der Zähne sollte regelmäßig von einem Zahnarzt untersucht werden, vor allem bei Schmerzempfindlichkeit. Schonende Mundhygiene, das heißt, eine sanfte Putztechnik und die richtige Zahnpflege können das Fortschreiten von Zahnschmelzerosion aufhalten. 
  • Kontaktdauer der Zähne mit Säure reduzieren: Bei Softdrinks auf Flaschen mit Nuckelverschluss verzichten und lieber eine Portion Obst auf einmal anstatt viele kleine Häppchen über den Tag verteilt essen.
  • Keine sauren Erfrischungsgetränke vor dem Zubettgehen oder während der Nacht trinken.
  • Frischobst essen statt Obstsaft trinken. Das Kauen regt den Speichelfluss an und wirkt dem Säureangriff entgegen. Auch das Kauen von zuckerfreien Kaugummis hilft. 
  • Empfehlenswerte Getränke sind: Wasser, Kaffee, schwarzer Tee, Kräutertee.
  • Säurehaltige Getränke und Lebensmittel am besten mit kalziumreichen Produkten kombinieren: Orangensaft mit Kalziumzusatz, Salat mit Käse, Obst mit Topfen oder Joghurt.
  • Gleich nach dem Verzehr saurer Lebensmittel bzw. Getränke mit Wasser oder mit ungesüßtem Tee spülen - dies neutralisiert den Säureangriff.
Regina Modl
Regina Modl
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