Wirtschaftspanorama

Kelag-Miteigentümer RWE und die Milliardenaufgabe

Kärnten
30.08.2021 06:10

Seit 20 Jahren ist die Kelag mit der RWE (Rheinisch-Westfälische Elektrizitäts-AG) verbandelt. Jetzt war der neue Chef der Miteigentümerin zu Besuch in Kärnten; um die hiesige Wasserkraft neidisch zu bestaunen und einen Einblick in die Herausforderungen der Zukunft zu geben - samt Strompreis-Prognose

49 Prozent halten die Deutschen an der Kärntner Energieholding, die wiederum 51 Prozent der Kelag besitzt, an welcher die RWE auch noch direkt beteiligt ist, ohne irgendeine Mehrheit zu erreichen. Es ist kompliziert, aber es funktioniert. „Wir haben kein Interesse, irgendetwas zu ändern“, erklärt denn auch Markus Krebber, der seit Mai Vorstandschef der RWE ist und seine Kärntner Kollegen Manfred Freitag und Danny Güthlein besuchte. Auf dem Programm: Ein Ausflug zur Kraftwerksgruppe Fragant. „Kompliment! Es ist beeindruckend, wie hier die Wasserkraft, die bei uns so gut wie keine Rolle spielt, genutzt wird - jeder Tropfen gleich mehrfach genutzt“, schwärmt Krebber. Sein Konzern ist vom Grad der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie, wie ihn die Kelag schon erreicht hat, noch weit entfernt.

Hohe Investitionen
Bis zu 20 Milliarden Euro will und muss die RWE in den kommenden Jahren bewegen, um die vorgegebenen Klimaziele einzuhalten und aus Kernenergie und Kohle auszusteigen. Krebber: „Eine wirklich spannende Zeit. Es geht um die vermutlich größte Modernisierungsoffensive für Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.“

Große Herausforderungen
Die Herausforderungen sind gewaltig; die Netz-Infrastruktur ist massiv auszubauen - Überland und vor allem auch bis in die Innenstädte hinein. Und Fotovoltaik-, Biomasse- und Windanlagen müssen vervielfacht werden. Dabei geht es sogar um so abenteuerliche Technologien wie „Floating Offshore Parks“, also schwimmende Anlagen weit vor den Küsten im Meer

Die Kosten werden, so Krebber, auch zur sozialen Frage werden und somit zur politischen. Ob er also mit Erhöhungen der Strompreise rechnet? „Nein. Aber die Anteile werden sich verschieben. Mehr für die Netznutzung, weniger für den Verbrauch und so.“ Wobei elektrische Energie in Deutschland heute um etwa 50 Prozent mehr kostet als hierzulande.

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