Ursache unklar

Ibiza: Speed-Fähre kracht auf Felsen, 25 verletzt

Ausland
29.08.2021 17:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein dramatischer Unfall hat sich am Samstag vor Ibiza ereignet: Eine Fähre war am Abend nahe dem Hafen von Ibiza-Stadt mit hoher Geschwindigkeit auf einen Felsen aufgelaufen. Dabei wurden 25 Menschen verletzt - ein Kind im Alter von zehn Jahren trug sogar schwere Verletzungen davon und musste mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Die Unfallursache war am Sonntag noch unklar.

An Bord der Fähre waren 35 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder. Das Fahrzeug war auf dem Weg zur Insel Formentera. „Die von FRS betriebene San-Gwann-Fähre, die auf der Strecke Ibiza-Formentera eingesetzt wird, hatte am Samstag einen Unfall, sie lief nach ihrer Abfahrt von Ibiza um 21.30 Uhr auf der Insel Es Malvins auf Grund“, teilte die deutsche Reederei FRS Ferry mit. Der Felsen befindet sich in der unmittelbaren Nähe der Hafenausfahrt von Ibiza-Stadt.

Zehnjähriger schwer verletzt
Die Küstenwache, ein Hubschrauber und andere Boote beteiligten sich an der anschließenden Rettungsaktion. Die schlimmsten Verletzungen erlitt ein zehnjähriger Spanier, der mit einem Hubschrauber nach Mallorca in die Universitätsklinik Son Espases der Inselhauptstadt Palma geflogen wurde. „Sein Zustand ist stabil“, sagte der balearische Transport-Minister Josep Mari Ribas vor Journalisten.

Gerettete nach Ibiza gebracht
Die Reederei erklärte, man habe umgehend das Sicherheitsprotokoll aktiviert und die zuständigen Behörden alarmiert. Die Besatzung habe sich bis zur Evakuierung um die Passagiere gekümmert. Die Insassen des Schiffes wurden den amtlichen Angaben zufolge in kleinen Schlauchbooten nach Ibiza gebracht.

Wie die bekannte und eigentlich gut sichtbare kleine Insel Es Malvins übersehen werden konnte, blieb zunächst ein Rätsel. „Die Ursache des Unfalls ist noch unbekannt“, sagte der Chef des Seerettungsdienstes der Balearen, Miguel Félix Chicon, am Sonntag einem Radiosender. Eine Reederei-Sprecherin in Flensburg teilte mit, die Ermittlungen der FRS-Experten und der Behörden zu dem Unfallhergang seien noch im Gang. „Fest steht aktuell nur, das die Besatzung weder unter Alkohol- noch Drogeneinfluss gestanden hat.“

Chicon sagte dem Radiosender Cadena Ser, beim Unfall müsse die Fähre bereits mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Knoten (gut 55 Kilometer pro Stunde) unterwegs gewesen sein. Der Chef der Hafenbehörde Ibizas, Luis Gascon, sprach von einer „enormen Geschwindigkeit, die aber für ein solches Schiff normal ist“. Der Aufprall müsse „sehr stark“ gewesen sein.

Drei weitere Verletzte im Spital
Neben dem Zehnjährigen auf Mallorca lagen am Sonntagnachmittag nach Angaben von Minister Ribas noch drei weitere Verletzte im Krankenhaus: zwei 41 Jahre alte Männer und eine 32 Jahre alte Frau, alle auf Ibiza. Sie wiesen leichte Verletzungen auf. Unklar war zunächst noch, ob unter den Verletzten auch Ausländer sind.

Fähre wurde schwer beschädigt
Die Überfahrt von Ibiza nach Formentera dauert rund eine halbe Stunde. Die 51 Meter lange „San Gwann“, die den Betrieb auf dieser Strecke erst Ende Juni aufgenommen hatte, wurde bei dem Unfall schwer beschädigt, wie die Behörden mitteilten. Chicon schloss sogar ein Sinken des Schiffes nicht aus. Nach ersten Erkenntnissen sei bisher kein Treibstoff ausgelaufen, hieß es von der Hafenbehörde.

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