Die Ortsbäuerinnen ließen sich anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums zur Erhebung der Marktgemeinde nussdorf-debant im Jahr 2020 etwas Besonderes einfallen: Sie veröffentlichten ein Buch, das die Namen aller Bauernhäuser in der Gemeinde zusammenfasst und erklärt. Damit sollen Traditionen weitergegeben werden.
Dass der Hof Eggenig seinen Namen aufgrund seiner Lage an einer Geländeecke hat, leuchtet ein. Dass der Wainig-Hof dem slawischen Wort vinnik entspringt und übersetzt so viel wie „der Weinbauer“ bedeutet, wissen die wenigsten. „Von vielen Höfen weiß man, wie sie zu ihrem Namen gekommen sind; sie erklären sich beinahe von selbst“, meint Walter Oberbichler, einer der Autoren. Um die Richtigkeit der Namensgebung wissenschaftlich zu belegen, holte man sich die Unterstützung der Osttiroler Sprachwissenschafterin Elisabeth Obererlacher. Es stellte sich heraus, dass die Vulgonamen aus dem Romanischen, Slawischen oder Germanischen stammen. Welcher Name von welcher Sprache abstammt und wie dieser sich im Laufe der Jahre veränderte, ist im Buch zu finden.
Unbekanntes ans Licht bringen
Für die federführende Ortsbäuerin Margit Steiner war das Ziel schnell klar: „Wir wollten Unbekanntes ans Licht bringen. Es ist erstaunlich, wie viele Höfe es gegeben hat, die jetzt nicht mehr aktiv betrieben werden oder gar nicht mehr existieren.“ Wichtig sei es zudem, Traditionen zu erhalten und diese aufzuzeichnen, meint Bürgermeister Andreas Pfurner: „Die Anzahl der Höfe ist immer kleiner geworden und die Gemeinde entwickelte sich zu einer Handels- und Gewerbegemeinde.“ Neben den Hofnamen sind im Buch auch die hiesigen Flurnamen zu finden, die von Peter Mair dokumentiert wurden.
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