Ein neues Gesicht ist für den „Krone“-Zeichner Milan Ilic auch eine Erholung. Als Comic-Held wäre Eypeltauer wohl ein Detektiv - wie einst Nick Knatterton
„Krone“: Wie kommen Sie – zeichnerisch – mit Neos-Spitzenkandidat Felix Eypeltauer zurecht?
Milan Ilic: Ich habe nur ungefähr zehn Fotos von ihm gesehen und er schaut immer identisch aus. Der lacht auf eine spezielle Art und ist auch ernst auf eine bestimmte Art. Und dazwischen gibt’s nichts. Sein Gesicht ist perfekt zu zeichnen. Alles passt. Ich genieße es.
„Echt? Was macht ihn denn so perfekt, optisch?
Bei anderen muss man die feinen Momente finden: Wo beginnt das Kinn, ist das ein Doppelkinn, ups, nein, darf nicht passieren. Bei ihm ist alles Lineal, Kante, zackzack. Auch wenn man nicht sicher ist, darf man übertreiben. Am Ende ist im Ergebnis alles da. Ein Charakter!
Noch sehr jung, aber ein Vollblutpolitiker offenbar.
Von der Ausstrahlung her ja. Oder der Trainer einer Mannschaft. Ein taffer Manager. Aber auch ein Politiker. Ich glaube, der weiß, was er in der Politik sucht. Der sieht seine Rolle ziemlich klar. Ich denke, er hat Freude an dem, was er tut.
Und für Sie ist er ein neues Gesicht, auch wenn er vor dem Nationalrat schon im Linzer Gemeinderat war. Eine angenehme Abwechslung?
Ja, das ist für mich immer eine Erholung nach dem dauernden Feinfeilen bei den anderen vertrauten Typen. Er wirkt auch ein bisschen geheimnisvoll, vielleicht wie ein Pokerspieler.
Aber aus meiner Sicht nicht hinterhältig. Ohne Neigung zum Falschspielen.
Nein, nein! Ich glaube, er gehört einfach zu einer neuen Kategorie Menschen.
Echt? Welche Kategorie?
Leute mit wenig Selbstzweifeln. Man sieht, dass er einen klaren Blick und wenig Zweifel hat. Solche Leute findet man öfter im Sport, ich denke da etwa an Marko Arnautovic.
Ich finde, Sie haben ihn von Anfang an gut getroffen. Genau das strahlt er aus in Ihren Zeichnungen.
Ja, ich bin zufrieden mit allen seinen Karikaturen. Ich weiß aber nicht, was er darüber denkt.
Mir hat er mal geschrieben: „Ich bin ein Fan eurer Karikaturen!“
Oh, das ist schön!
Manch anderer ist sehr schwierig zu greifen und zu zeichnen. Und bei ihm funktioniert es von Anfang an toll. Warum ist das so?
Vielleicht, weil er ja auch aussieht wie ein Comic-Held, wie ein Detektiv. Die haben alle etwas Charakteristisches – Dick Tracy, Johnny Hazard aus den 1950er-Jahren fallen mir da sofort ein.
Ich denke da mehr an den guten, alten Nick Knatterton, mit seinen scharfgeschnittenen Gesichtszügen. Eypeltauer war ja einige Jahre lang Vorsitzender des Kontrollausschusses im Linzer Gemeinderat. Auch eine Art Detektivrolle, etwa beim Swap-Deal.
Ja, Nick Knatterton passt wirklich gut zu ihm.
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