Ein 10-jähriger Schüler aus Neumarkt im Mühlkreis hat an Russlands Präsidenten Wladimir Putin in einem Brief zu mehr Zusammenarbeit zwischen Russland und der Europäischen Union aufgefordert. Der junge Oberösterreicher sorgte damit in Russland für Schlagzeilen.
Die Geste aus Oberösterreich weckte Erinnerungen an den Kalten Krieg: 1982 hatte die 10-jährige US-Amerikanerin Samantha Smith einen friedensbewegten Brief an KPdSU-Generalsekretär Juri Andropow geschickt und war in der Sowjetunion als große Friedensaktivistin gefeiert worden.
Erinnerungen an Kalten Krieg
„In Österreich fand sich ein 10-jähriger Nachfolger von Samantha Smith“, kommentierte die Moskauer Tageszeitung „Moskowski Komsomolez“ (Onlineausgabe) am Mittwochabend. Im Brief, den die russische Botschaft in Wien zuvor veröffentlicht hatte, zeigte sich Schüler Matthäus B. besorgt über das massive militärische Auftreten von China und den USA. „Das beunruhigt mich und ich denke, dass Russland und Europa auch für die Sicherheit zusammenarbeiten sollten“, schrieb er.
Putin soll Glaube an Europa nicht verlieren
Die Länder Europas, so hätten ihm seine Eltern erzählt, würden es Russland jedoch nicht gerade leicht machen und sich oft eher an den USA als am Nachbarn Russland orientieren, beklagte er. B. betonte, dass er als zehnjähriger Bub zwar nicht die Welt verändern könne. Er appellierte aber an Putin, den Glauben an Europa nicht zu verlieren. „Ich will Ihnen auch sagen, dass es in Europa viele Menschen gibt, die Russland wohlgesonnen gegenüberstehen und sich wünschen würden, wenn es eine engere Partnerschaft gäbe“, schrieb er.
Verweis auf Christoph Leitl
Explizit verwies B. in seinem Brief auf den ehemaligen Wirtschaftskammerpräsidenten Christoph Leitl, der aus dem selben Ort wie er selbst stamme. Leitl fungiert als Co-Vorsitzender des österreichisch-russischen Sotschi-Dialogs und vertrat zuletzt durchaus ähnliche Positionen wie der Schüler aus seiner Heimatgemeinde.
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