Ab 18 Uhr wurde es am Freitag in der Linzer Bismarckstraße ungewohnt ruhig. Statt Reifengequietsche und Motorenlärm waren menschliche Stimmen zu hören. Frustrierte Bewohner des Neustadtviertels blockierten die Straße. Noch am Vormittag beschloss die Stadtpolitik eilends Weichenstellungen zur Verkehrsberuhigung.
„Bis Ende September ist geplant, in der Humboldt- und Dinghoferstraße Radarboxen aufzustellen. Wir haben uns heute auf ein Sonderbudget dafür geeinigt“, versicherte Stadtchef Klaus Luger (SPÖ) am Freitag. Auch Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) war zuversichtlich, dass die Anrainer, der fortwährend von Verkehrsrowdys geplagten Straßenzüge, nun zeitnah spürbar entlastet werden können: „Der nächste Schritt ist, die idealen Standorte auszuwählen, an denen die Geschwindigkeitsüberwachung am wirksamsten zum Einsatz kommt.“
Bürgerbeteiligung
Auch die Errichtung neuer Zebrastreifen in der Schiller- und Scharitzerstraße werde geprüft. Luger: „Angesichts zweier Kindergärten in der Nähe wäre das eine erhebliche Verbesserung. Entsprechende Verkehrssicherheitsuntersuchungen und Planungen sind in Auftrag.“ Weiter soll in den Sommermonaten gemeinsam mit den Anwohnern ein Verkehrskonzept für das gesamte Neustadtviertel erarbeitet werden. Raml: „Alle sind eingeladen, sich mit Vorschlägen daran zu beteiligen und ihre jeweiligen Perspektiven miteinfließen zu lassen.“
Erfreut aber noch vorsichtig
Werner Hudelist von der Bürgerinitiative Hessenplatz und Umgebung, die am Abend die Bismarckstraße sperrte, zeigte sich über die plötzlichen Aktivitäten der Politiker positiv überrascht: „Wir hoffen nun auf eine zeitnahe Umsetzung.“ Vorsichtig optimistisch gab sich auch Humboldt-Straßen-Anrainer Heli Schreder: „Gejubelt wird aber erst, wenn auch alles umgesetzt ist.“
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