Der Steirer Andi Meklau geht als Rennleiter in sein nächstes „Heimspiel“ auf dem Red Bull Ring. Der Anrainer sprach bei seinem Besuch im Newsroom der Kronen Zeitung gestern über gefährliche Dreher in der Boxengasse und warum er bei sich die Fenster schließen muss.
Großer Preis von Österreich, Formel-1-Boliden, die mit 300 Stundenkilometern über den Ring donnern. Da hat Sicherheit oberstes Gebot. „Wir sind ein großes Team, alles muss ganz genau koordiniert werden, jedes Rad muss ins andere greifen, binnen Sekunden“, weiß Spielberg-Rennleiter Andreas Meklau. Der Steirer ist bereits seit 2010 auf dem Ring im Einsatz, aktuell sitzt er an der Seite von FIA-Renndirektor Michael Masi und sieht nach dem Rechten. „Wenn die große Show am Sonntag stattfindet, muss alles funktionieren. Die Leute sehen zwar die Bilder im TV, im Hintergrund wird aber oft nach einem Tag alles auf Vordermann gemacht, die Strecke bemalt, die Fangnetze erneuert.“
Bei einem Formel-1-Rennen kann natürlich auch das Unvorhergesehene passieren - siehe Mercedes-Star Valtteri Bottas, der sich im freien Training vor dem GP der Steiermark letzte Woche urplötzlich in der Boxengasse gedreht hatte. „Da hat man mit einem Schlag gesehen, wie wichtig unsere Briefings sind“, so Meklau, „und dass sich auch jeder daran hält. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn da eine Person auf dem falschen Platz steht.“
Dass im Motorsport „Gefahr in Verzug“ herrscht, weiß Meklau aus eigener Erfahrung. Der ehemalige Top-Biker, der 1993 als einziger Österreicher einen WM-Lauf auf dem Ring gewinnen konnte, lag nach einem bösen Crash in Hockenheim 1997 zehn Tage lang im künstlichen Tiefschlaf. „Aber ich bin noch hier“, hat der frühere Zweirad-Meister nach wie vor jede Menge Benzin im Blut.
Keine Ruhe im Garten
Gut so, denn Auszeiten gibt’s für den 54-Jährigen an den Ring-Wochenenden keine. Jetzt umso weniger. Meklau wohnt nur wenige Hundert Meter von der Strecke entfernt. „Jetzt muss ich die Fenster zumachen, die Camper sind halt ordentlich am Feiern“, grinst der Hausherr, der’s aber ganz locker nimmt. „Letztes Jahr war’s ohnehin viel zu ruhig.“
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