17.11.2004 16:07 |

Versunkene Stadt

Atlantis entdeckt: Nur ein Schlammvulkan

Nachdem ein US-Forscher verkündet hat, er habe die sagenumwobene versunkene Stadt Atlantis gefunden, sagt jetzt ein deutscher Geophysiker: "Glatter Irrtum, es sind Schlammvulkane!"
Die Ruinen der Stadt sollen sich tief unterdem Meeresspiegel zwischen Zypern und Syrien befinden, so RobertSharmast aus Los Angeles, der Leiter der "Zypern-Atlantis-Mission".
 
Doch Christian Hübscher vom Institut fürGeophysik der Universität Hamburg kennt die unterseeischeLandschaft vor Zyperns Küste offenbar besser: In einem Gesprächmit dem Online-Magazin ExpeditionZone zerlegt Hübscher dieAtlantis-Theorie in kärgliche Wunschvorstellungen:
 
Vermeintliche Akropolis ist ein Schlammvulkan!
"Ich kenne das Gebiet sehr gut, drei Expeditionenhabe ich dort durchgeführt und es stehen über 6000 kmSeismik-Daten aus der Region zur Verfügung. Es ist kein Zweifelmöglich - die angebliche Akropolis ist ein unterseeischerSchlammvulkan", so Hübscher.
 
"Es gibt sehr viele geowissenschaftliche Untersuchungenaus diesem Gebiet, die eindeutig belegen, dass die von RobertSarmast bezeichnete Ebene in den letzten Millionen Jahren niemalstrocken war. Tatsächlich lag der Meeresspiegel im östlichenMittelmeer nur während der sogenannten Messinischen Salinitätskrisewesentlich tiefer als heute (800 - 1200 m). Das war allerdingsvor knapp 6 Millionen Jahren."
 
"Vor etwa 11.000 Jahren war der Meeresspiegel nuretwa 120 m tiefer als heute. Und die seismischen Daten zeigeneindeutig, dass die ca. 400 m mächtigen Sedimente im Gebietder angeblichen Akropolis absolut ungestört sind. Wärensie vor 11.000 Jahren an der Luft gewesen, müssten sich zahlreicheHinweise darauf ergeben."
 
Die Region stellte zwar eine Besonderheit dar,jedoch aus anderen Gründen, als Sarmast glaubt: "Es gibtHinweise, dass sich Schlammreservoirs innerhalb der dortigen Salzmassenbefinden, was meines Wissens zuvor noch nicht beobachtet wurde."
Donnerstag, 13. Mai 2021
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