"Mario hat sich das rechte Schlüsselbein gebrochen. Zudem hat er sich einen Nasenbeinbruch und eine Nasen-Nebenhöhlenfraktur zugezogen. Die gute Nachricht ist, dass keine Blutungen im Gehirn erkennbar sind. Auch die Wirbelsäule, der Schädelknochen sowie die Arme und Beine sind in Ordnung. Mario ist ansprechbar, sein Zustand ist stabil. Er wird die Nacht im Krankenhaus zur weiteren Beobachtung verbringen", teilte ÖSV-Teamarzt Martin Gruber am Nachmittag mit.
Bewusstlos ins Sicherheitsnetz geschlittert
Scheiber war mit Nummer 14 gestartet und auf dem Weg zu einer Bestzeit, als es ihm unmittelbar vor einer Welle die Ski verschnitt. In der Folge hob es den 27-Jährigen aus, nach einer Drehung schlug er mit dem Kopf und Rücken hart auf der Piste auf und schlitterte in der Folge bewusstlos ins Sicherheitsnetz. "Er war zuerst bewusstlos, war aber dann ansprechbar und orientiert. Er hat bekannte Personen noch an der Unfallstelle erkannt", betonte Gruber.
Infusion vor dem Abtransport
Aufgrund der Hubschrauber-Bergung musste das Training für eine halbe Stunde unterbrochen werden. Scheiber, der auch Schürfwunden im Gesicht erlitt, erhielt noch vor dem Abtransport mit dem Helikopter eine Infusion. "Hoffentlich bringt der Arzt diesmal gute Nachrichten ins Hotel", meinte Romed Baumann, am Sonntag Dritter der Hahnenkamm-Kombination in Kitzbühel, sichtlich geschockt. Sein Wunsch wurde diesmal im Gegensatz zur Vorwoche Realität.
Denn Grugger wird seit mittlerweile einer Woche auf der Intensivstation der Innsbrucker Universitätsklinik versorgt, wobei die jüngsten Meldungen vorsichtig optimistisch sind. Die Aufwachphase des Salzburgers nach dem künstlichen Tiefschlaf verlaufe wie geplant, Grugger erlange langsam immer mehr das Bewusstsein, teilte der ÖSV am Donenrstag mit.
Walchhofer: "Es ist einfach zu schnell"
Im Gegensatz zur Kitzbüheler Streif zählt die 3.370 m lange "Piste La Verte" in Chamonix nicht zu den großen Herausforderungen im alpinen Ski-Weltcup der Herren. "Aber solche Verschneider sind typisch für so eine eher leichte Abfahrt", merkte ÖSV-Routinier Michael Walchhofer an, der das erste Training als Achter beendete.
Gleichzeitig appellierte der 35-jähriger Salzburger aufgrund des immer höher werdenden Tempos in der Königsdisziplin an die Verantwortlichen des Weltverbandes (FIS): "Man muss sich etwas überlegen mit den Geschwindigkeiten, es ist einfach zu schnell. Und das Material darf auch nicht so aggressiv bleiben, wie es ist. Das muss wieder humaner werden."
Angesichts der jüngsten Ereignisse fällt Walchhofer, der mit Saisonende seine aktive Karriere beenden wird, sein Rücktritt nicht mehr schwer. "Irgendwie denkst du dir dann schon, wenn's in zwei Monaten vorbei ist, dann passt das eh", betonte der Ex-Weltmeister.
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