Ohne Beweise in Haft
US-Todeskandidat wendet sich erneut an Höchstgericht
Laut den Gerichtsdokumenten machen seine Anwälte geltend, dass inzwischen die meisten der Belastungszeugen ihre Aussagen zurückgezogen haben. Das Oberste Gericht muss nun entscheiden, ob es den Fall selbst übernimmt oder ihn erneut an eine niedrigere Instanz zurückgibt.
Weder DNA-Spuren noch Tatwaffe gefunden
Der Afroamerikaner war 1991 ausschließlich aufgrund von Zeugenaussagen wegen Mordes an dem weißen Polizisten Mark McPhail (rechts im Bild) zum Tode verurteilt worden. Eine Tatwaffe, konkrete Beweise oder DNA-Spuren, die auf ihn als Täter hingedeutet hätten, wurden nie gefunden. Im August 2009 sprach das Oberste US-Gericht Davis das Recht auf eine neue Anhörung zu. Obwohl sieben der neun Zeugen ihre Aussagen gegen Davis im Laufe des Verfahrens zurückzogen, wies ein Bundesgericht in Savannah (Georgia) im vergangenen August die Klage gegen seine Hinrichtung zurück.
Friedensnobelpreisträger machte sich für Davis stark
Davis hat bereits drei Mal durchsetzen können, dass die Vollstreckung seiner Todesstrafe ausgesetzt wird. Sein Fall sorgt inzwischen weltweit für Aufsehen. Zu seinen bekanntesten Unterstützern zählen neben der Europäischen Union der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu sowie Papst Benedikt XVI.
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