30.05.2021 22:26 |

Zwei Mal geschieden

Kirche nach Boris Johnsons Hochzeit in der Kritik

Nachdem sich die Überraschung ob der geheimen Hochzeit des britischen Premiers Boris Johnson gelegt hat, wird nun Kritik laut. Viele fragen sich, warum es die römisch-katholische Kirche zugelassen hat, dass Johnson und seine Verlobte Carrie Symonds im Rahmen einer kirchlichen Trauung den Bund der Ehe eingehen. „Ich befürchte, dass diese Entscheidung die Kirche schlecht aussehen lassen wird“, sagte der katholische Geistliche Mark Drew am Sonntag dem britischen Sender BBC. Er berichtete, dass er katholische Paare mit Scheidungsgeschichte habe abweisen müssen.

Ähnlich äußerte sich auch der Religionskorrespondent des katholischen Magazins „The Tablet“, Christopher Lamb. Die Kirche könnte durchaus „einladender“ sein, sagte er. „Sie war einladend gegenüber Boris Johnson, warum nicht auch gegenüber anderen?“ Laut der BBC konnte Johnson heiraten, weil seine beiden früheren Ehen nicht katholisch gewesen seien. Die römisch-katholische Kirche sieht die Ehe als unauflöslich an. Damit ist es nicht möglich, nach einer zivilrechtlichen Scheidung neuerlich kirchlich zu heiraten. Zudem sind wiederverheiratete Geschiedene vom Empfang von Sakramenten wie der Heiligen Kommunion ausgeschlossen.

Johnson und Symonds hatten am Samstagnachmittag in der katholischen Westminster-Kathedrale geheiratet. Symonds ist Katholikin. Johnson ist zwar katholisch getauft, wurde in seiner Zeit am Eton College jedoch als Anglikaner konfirmiert, was eigentlich eine Exkommunikation aus der römisch-katholischen Kirche zur Folge haben müsste, wie britische Medien berichten.

Vier Kinder aus zweiter Ehe, zwei uneheliche Kinder
Für die 33-Jährige ist es die erste Ehe, während der 56-Jährige seine erste Ehe im Jahr 1993 annullieren ließ und sich von seiner zweiten Frau im Vorjahr scheiden ließ. Mit dieser hat Johnson vier Kinder, dazu kommt ein weiteres Kind aus einer außerehelichen Affäre. Mit Symonds hat Johnson einen einjährigen Sohn.

Gabor Agardi
Gabor Agardi
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