Im Prozess gegen 13 mutmaßliche Schlepper in Linz ist bereits am Donnerstag ein weiterer Mann rechtskräftig schuldig gesprochen worden: Er wurde zu einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Damit ist nun nur noch die Verfahren gegen zwei Männer offen, einer von ihnen soll der „Banker“ der Gruppierung gewesen sein. Der Prozess wird übernächste Woche fortgesetzt.
Seit Prozessstart am 10. Mai sind damit neun von insgesamt 13 Personen rechtskräftig schuldig und zwei freigesprochen worden. Die Strafen lagen zwischen einem Jahr bedingt und drei Jahren plus acht Monaten unbedingt. Die Angeklagten sollen rund 100 Menschen, die aus dem Irak, Syrien oder dem Iran nach Österreich geflüchtet waren, weiter nach Deutschland gebracht haben. Pro Person kassierten sie laut Anklage 300 bis 400 Euro. Die Staatsanwaltschaft, die sich u.a. auf Telefonüberwachungsprotokolle und Peilsenderdaten stützt, spricht von einer kriminellen Vereinigung. Ein Teil der Beschuldigten wurde auch in diesem Sinne verurteilt.
Noch zwei Urteile ausständig
Nun sind noch zwei Angeklagte übrig. Einer von ihnen soll der Banker der Gruppe gewesen sein. Der 35-Jährige hat die britische Staatsbürgerschaft - alle anderen Angeklagten sind Iraker - und betrieb in Wien ein Lebensmittelgeschäft. Ihm wird zur Last gelegt, eine fünfstellige Summe mittels des sogenannten Kafala-Systems an einen möglichen Hintermann verschoben zu haben. Dabei handelt es sich um ein im arabischen Raum übliches Zahlungssystem, das keinerlei Regularien unterliegt und sich daher auch nur schlecht nachvollziehen lässt.
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