Ivica Kostelic hat in den Hahnenkamm-Rennen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er aktuell der weltbeste Skiläufer ist. Im Spezialslalom musste sich der Kroate am Sonntag als Zweiter auf dem Kitzbüheler Ganslernhang zwar um 0,28 Sekunden dem Franzosen Jean-Baptiste Grange geschlagen geben, doch holte er sich die klassische Kombination. Damit hat Kostelic in den jüngsten elf Rennen seit 2. Jänner sechs Siege gefeiert.
304 Punkte und 125.100 Euro Preisgeld für Kostelic
Kostelic, auch Sieger im Super-G (Freitag) und Elfter der Abfahrt (Samstag), gewann damit nicht nur 125.100 Euro Preisgeld, sondern machte auch 304 Punkte und setzte sich im Gesamtweltcup deutlich ab. Die große Kugel wird dem 31-Jährigen kaum noch zu nehmen sein. "Das war heute sehr schwer für einen Kombinierer. Ich habe attackiert und versucht, möglichst nur an den Slalom zu denken", erklärte Kostelic, der auch in den Disziplinwertungen Slalom und Kombination im Weltcup voran liegt.
Der erste Verfolger in der Gesamtwertung, der Schweizer Silvan Zurbriggen, hat bereits 401 Zähler Rückstand. Der hinter Kostelic und Zurbriggen Kombi-Dritte Baumann ist als bester Österreicher Gesamtfünfter. Zu seinem Auftritt am Sonntag meinte der Tiroler: "Das war das, was ich wollte. Platz drei in einem Heimrennen ist ein Traum." Auf Kostelic hatte er bereits 6,67 Sekunden Rückstand. Nur 14 Läufer kamen in die Wertung der wohl letzten klassischen Hahnenkamm-Kombination, 2012 soll am Freitag statt des Super-G eine Super-Kombination ausgetragen werden.
Marcel Hirscher verpasst Stockerl
Im Slalom landeten hinter Grange, Kostelic und dem Italiener Giuliano Razzoli (0,69) die Österreicher Marcel Hirscher (0,90) und Reinfried Herbst (1,01). Der 21-jährige Hirscher verpasste damit erneut das angestrebte Ziel eines Podestplatzes in einem Heim-Rennen und war auch ein bisschen verärgert. "Der zweite Durchgang war sicherlich ganz gut, ich habe alles riskiert. Im ersten habe ich zu viel verloren. Aber Gott sei Dank habe ich am Dienstag in Schladming die nächste Chance - und ich werde noch 15 haben."
Die Halbzeitführungen 2009 (im zweiten Lauf ausgeschieden) und 2010 (26.) hatten Herbst kein Glück gebracht, heuer nahm er das Finale vom dritten Zwischenrang aus in Angriff und hoffte, dass dies ein gutes Vorzeichen sei. Platz fünf war dann nicht ganz das Erwartete, aber "keine schlechte Leistung", meinte der Salzburger und fügte an: "Hans, wir sind für dich gefahren." Auch in der Slalommannschaft hatte der Unfall des Speed-Kollegen Hans Grugger im Abfahrtstraining tiefe Betroffenheit ausgelöst.
Matt setzt Aufwärtstrend fort
Mario Matt setzte den positiven Trend fort und ließ den Rängen vier in Adelboden und fünf in Wengen Rang acht folgen. Der Flirscher (Startnummer 21) kämpfte in ersten Lauf mit den schon früh herausgekommenen Spuren in der Piste, im Finale erwischte er mit Ausnahme eines Fehlers ("So weit springt man normalerweise im Slalom nicht") einen "Superlauf". Weltmeister Manfred Pranger (10.) fuhr mit neuem Schuh zum neuen Ski. "Ich habe im ersten Durchgang ein bisserl länger gebraucht zum Reinkommen. Ich wusste nicht, wie es funktioniert. Im zweiten habe ich mehr Risiko genommen, ich war zufrieden, wäre aber lieber weiter vorne", erklärte der Tiroler.
Zu den großen Verlierern zählten der deutsche Vorjahressieger Felix Neureuther, der nach einem schweren Fehler im ersten Durchgang als 71. den zweiten Lauf der Top 30 klar verpasste, und der Norweger Aksel Lund Svindal, der in Lauf eins ausschied und damit im Gesamtweltcup wohl vorentscheidend Boden auf Kostelic verlor, sowie Bode Miller. Der Abfahrtszweite aus den USA hatte vor allem um Kombinationspunkte gekämpft, das Antreten im Slalom, in dem er wieder einmal ausfiel, aber davon abhängig gemacht, wie "die Nacht verlaufen werde".
Nullnummer für Benni Raich
Benjamin Raich schied schon im ersten Lauf nach kurzer Fahrt aus. Damit gingen die Hahnenkammrennen für den Tiroler mit einer Nullnummer zu Ende. "Die Enttäuschung ist jetzt sehr groß. Ich habe mich nach dem Einfahren noch sehr gut gefühlt, war locker drauf, aber dann habe ich zu viel Druck auf die Schaufel bekommen und nicht mehr korrigieren können. Das Wochenende muss ich abhaken. Es war alles andere als gut, was soll man machen?"
Der in den vergangenen Wochen gesundheitlich angeschlagene Tiroler richtet den Fokus nun auf den Schladminger Nachtslalom am Dienstag, eines seiner Lieblingsrennen.
Das Ergebnis des Slaloms:
Rang | Name | Nation | Lauf 1 | Lauf 2 | Gesamt |
1 | GRANGE Jean-Baptiste | FRA | 52.60 | 48.33 | 1:40.93 |
2 | KOSTELIC Ivica | CRO | 52.20 | 49.01 | 1:41.21 |
3 | RAZZOLI Giuliano | ITA | 52.79 | 48.83 | 1:41.62 |
4 | HIRSCHER Marcel | AUT | 53.05 | 48.78 | 1:41.83 |
5 | HERBST Reinfried | AUT | 52.50 | 49.44 | 1:41.94 |
6 | MYHRER Andre | SWE | 52.46 | 49.61 | 1:42.07 |
7 | HARGIN Mattias | SWE | 53.64 | 48.59 | 1:42.23 |
8 | MATT Mario | AUT | 53.41 | 49.00 | 1:42.41 |
9 | DEVILLE Cristian | ITA | 53.32 | 49.16 | 1:42.48 |
10 | PRANGER Manfred | AUT | 53.14 | 49.42 | 1:42.56 |
11 | MÖLGG Manfred | ITA | 52.82 | 49.83 | 1:42.65 |
12 | KASPER Nolan | USA | 53.79 | 49.06 | 1:42.85 |
13 | ZURBRIGGEN Silvan | SUI | 52.96 | 49.92 | 1:42.88 |
14 | SPENCE Brad | CAN | 54.36 | 48.59 | 1:42.95 |
15 | COsp; | 53.48 | 49.51 | 1:42.99 | |
16 | TISSOT Maxime | FRA | 54.37 | 48.79 | 1:43.16 |
17 | JANYK Michael | CAN | 53.96 | 49.40 | 1:43.36 |
18 | VALENCIC Mitja | SLO | 53.31 | 50.06 | 1:43.37 |
19 | MYHRE Lars Elton | NOR | 53.66 | 49.73 | 1:43.39 |
20 | GINI Marc | SUI | 53.74 | 49.66 | 1:43.40 |
21 | BÄCK Axel | SWE | 53.62 | 49.87 | 1:43.49 |
22 | BYGGMARK Jens | SWE | 54.18 | 49.33 | 1:43.51 |
23 | TREJBAL Filip | CZE | 53.71 | 49.86 | 1:43.57 |
24 | SASAKI Akira | JPN | 53.49 | 50.45 | 1:43.94 |
25 | STUTZ Paul | CAN | 54.18 | 49.90 | 1:44.08 |
26 | IMBODEN Urs | MDA | 54.18 | 50.29 | 1:44.47 |
27 | MURISIER Justin | SUI | 54.04 | 57.43 | 1:51.47 |
Rang | Name | Nation | Gesamtzeit |
1 | KOSTELIC Ivica | CRO | 3:40.84 |
2 | ZURBRIGGEN Silvan | SUI | 3:42.77 |
3 | BAUMANN Romed | AUT | 3:47.51 |
4 | JANSRUD Kjetil | NOR | 3:47.59 |
5 | FILL Peter | ITA | 3:47.92 |
6 | INNERHOFER Christof | ITA | 3:48.20 |
7 | THEAUX Adrien | FRA | 3:49.76 |
8 | JANKA Carlo | SUI | 3:49.94 |
9 | MARSAGLIA Matteo | ITA | 3:51.45 |
10 | FEUZ Beat | SUI | 3:51.75 |
11 | SEMPLE Ryan | CAN | 3:52.04 |
12 | OLSSON Hans | SWE | 3:55.31 |
13 | SIROKI Tin | CRO | 3.59.96 |
14 | GISIN Marc | SUI | 4:02.05 |
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