20.05.2021 10:42 |

An Grenze zu Gaza

Erneut Raketenalarm in israelischen Orten

Nach einer kurzen Ruhepause ist am Donnerstag in israelischen Orten an der Grenze zum Gazastreifen neuerlich Raketenalarm ausgelöst worden. Zuvor hatte Israels Luftwaffe in der Nacht erneut Teile des weitläufigen Tunnelsystems der im Gazastreifen herrschenden Hamas bombardiert. Unterdessen landete der deutsche Außenminister Heiko Maas auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Er will ausloten, was die internationale Gemeinschaft zu einem Waffenstillstand beitragen kann.

Maas will unter anderen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, Außenminister Gabi Aschkenasi, Verteidigungsminister Benny Gantz und Präsident Reuven Rivlin treffen. In den Palästinensergebieten steht ein Gespräch mit Präsident Mahmoud Abbas auf dem Programm.

Tunnelsystem beschossen
Israels Luftwaffe griff binnen 24 Stunden Dutzende Ziele der sogenannten Metro, des Tunnelsystems, in Gaza an. Zudem seien im Küstengebiet weitere Ziele beschossen worden: das Haus eines Kommandanten in Khan Yunis, eine Hamas-Waffenfabrik sowie mehrere Raketenabschussrampen.

Abwehrsystem mit 90 prozentiger Abfangquote
Militante Palästinenser haben in den vergangenen eineinhalb Wochen aus dem Gazastreifen nach Angaben der israelischen Armee rund 4070 Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Davon seien etwa 610 noch in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer niedergegangen, bevor sie israelisches Gebiet erreichten, teilte das Militär am Donnerstag mit. Das israelische Abwehrsystem Eisenkuppel („Iron Dome“) hat demnach eine Abfangquote von etwa 90 Prozent.

Baldige Waffenruhe?
Die internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe in dem jüngst neu entflammten Konflikt zwischen Israel und den militanten Palästinensern im Gazastreifen hatten sich zuletzt verstärkt. Ein hochrangiges Mitglied der islamistischen Hamas, die im Gazastreifen herrscht, schloss eine baldige Waffenruhe nicht aus. In israelischen Medien hieß es, binnen ein bis zwei Tagen könnten die Waffen schweigen.

Konflikt forderte schon Hunderte Menschenleben
Bei dem seit 10. Mai andauernden gegenseitigen Beschuss starben im nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums im Gazastreifen bisher 219 Menschen, rund 1530 wurden verletzt. In Israel gab es nach offiziellen Angaben zwölf Tote und Hunderte Verletzte.

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