War die Zahl der angezeigten Straftaten im Vorjahr im Burgenland noch über die Zehntausender-Marke geklettert, fiel sie von 10.122 im Jahr 2009 auf 9.306 im Jahr 2010, was einen Rückgang von 8,1 Prozent bedeutet. Zwei Drittel aller Straftaten sind nach wie vor Eigentumsdelikte, sie sind aber sogar etwas stärker rückläufig als die Gesamtkriminalität, nämlich um 8,7 Prozent. Eine Zunahme verzeichneten die burgenländischen Kriminalisten bei den Anzeigen von strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben um rund elf Prozent. 2009 kam es zu 1.437 Anzeigen, im vergangenen Jahr zu 1.589.
Dies hänge allerdings mit vermehrten Anzeigen nach Verkehrsunfällen zusammen. Den größten Anteil der Delikte machen in der Statistik Sachbeschädigungen, Diebstähle und Einbrüche mit insgesamt 5.823 Fällen aus, im Jahr zuvor waren es noch 6.382.
Wunsch nach mehr Hinweisen aus der Bevölkerung
Generell wünschen sich sowohl Sicherheitsdirektor Erhard Aminger als auch Landespolizeikommandant Nikolaus Koch mehr Hinweise aus der Bevölkerung. Die Menschen sollen "animiert und aufgefordert werden, lieber öfter als weniger oft die Polizei zu rufen", sagte der Sicherheitsdirektor. Das Burgenland sei "seit Jahren, seit Jahrzehnten eines der sichersten Bundesländer Österreichs" und war es laut Kriminalstatistik auch im abgelaufenen Jahr.
2010 gab es bundesweit um 55.852 Anzeigen weniger (-9,4 Prozent), zugleich wurden 14.133 Fälle weniger geklärt. Die aus diesen Zahlen resultierende Aufklärungsquote blieb 2010 mit 41,4 Prozent (2009: 39,9 Prozent) nahezu gleich. Die höchste Aufklärungsquote verzeichnete Vorarlberg mit 57,1 Prozent, gefolgt vom Burgenland mit 53,8 Prozent und Tirol mit 50,1 Prozent. Für das Burgenland bedeutet dies eine Steigerung von 2,5 Prozent.
Metall, Hard- und Software wurden häufiger gestohlen
Der Kriminalitätsrückgang war in Nieder-, Oberösterreich und Salzburg am höchsten - hier wurden aber auch die höchsten Rückgänge bei der Aufklärung verzeichnet. In ganz Österreich gab es im Vorjahr laut der Statistik in vielen Bereichen weniger Raubdelikte: Rund ein Drittel weniger Überfälle auf offener Straße (1.532) und in öffentlichen Verkehrsmitteln (62) sowie knapp zwei Drittel weniger Trafiküberfälle (56). Tankstellen und Wettbüros wurden etwas häufiger das Ziel von Räubern. Bei Einbruchsdiebstählen in Büros und Geschäfte gingen die Anzeigen von 15.518 (2009) auf 9.018 (2010) zurück. Metall (1.269 Anzeigen), Hard- und Software (2.434) sowie Kulturgut (316) wurden häufiger gestohlen.
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