Direktor verurteilt

Unternehmer klagt Bank wegen falscher Beratung

Kärnten
16.01.2011 18:22
Eine mehrjährige Haftstrafe muss der einstige Leiter einer Kärntner Bank absitzen. Er hatte Millionen an Kundengeldern veruntreut. "Sie werden entschädigt", so sein Nachfolger. Pech hat allerdings ein Unternehmer, der sich in Kreditfragen auf den Mann verließ und nun ein Pfandrecht auf dem Klagsweg loszuwerden versucht.

Normalerweise kennt man solche Fälle von Scheidungen, wo Frauen auf den Schulden des Partners sitzen bleiben. Diesmal geht es allerdings um ein Brüderpaar, beide Unternehmer. "Ich habe meinem Vater zuliebe für meinen Bruder ein Pfandrecht auf meinen Grund zugelassen, obwohl wir kein Wort miteinander reden", sagt der eine. 

Doch aus den zugesagten Summen soll ohne sein Wissen viel mehr geworden sein: "Der verurteilte Direktor hat extreme Kreditausweitungen zugelassen und in Hochrisikogeschäfte investiert", behauptet er. "Jetzt möchte ich bauen und darf nicht, weil alles verschuldet ist, ich kann aber nichts dafür."

"Man hätte auch reden können"
Daher versucht der Kärntner, sich aus dem Pfandrecht hinauszuklagen – diese Woche beginnt der Prozess. Die betroffene Bank möchte zu der Causa nichts sagen, nur so viel: "Es gibt Verträge, die einzuhalten sind. Aber man hätte sich auch zusammensetzen und reden können." "Als wenn ich das nicht versucht hätte", verteidigt sich der Kläger. Nun muss eben der Richter entscheiden, ob in der Darlehensgeschichte Fehler passiert sind oder nicht.

von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"

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