Ein echter Politkrimi

Wüste Vorwürfe: Misstrauen, Lügen, Mobbing

Harte Attacken prägten die jüngste Gemeinderatssitzung in Waidhofen an der Thaya: FP-Stadtrat Waldhäusl bezichtigte VP-Stadtrat Lebersorger, außerhalb seines Verantwortungsbereichs die Stadt mehrere 100.000 Euro gekostet zu haben. Und Vizebürgermeister Litschauer (Grüne) warf er Lügen und Mobbing vor. Beide forderte Waldhäusl zum Rücktritt auf.

Dabei war die seit Ende Jänner amtierende VP-Bürgermeisterin Eunike Grahofer froh, für die Bürger von Matzles bereits eine legale Komplettlösung zur Verlegung von Wasserleitung und Kanal beschließen zu können. Wie berichtet, hatte sie nach Ungereimtheiten das Projekt ihrem Vize Martin Litschauer entzogen. Sie dankte vor allem den Grundstückseigentümern und Stadtamtsdirektor Rudolf Polt für die rasch erledigten Verhandlungen zum Wohle aller. Aber sie dankte auch Gottfried Waldhäusl für das Aufzeigen des Problems und Litschauer für seine Bemühungen, das komplexe Projekt umzusetzen.

Dennoch platze Waldhäusl offenbar der Kragen. Er bezichtigte Litschauer der Lüge. Laut Korrespondenz der Gemeindeaufsicht hätte er gewusst, dass ein Stadtratsbeschluss fehle, was er im Gemeinderat aber abgestritten hatte. Später hätte er die Schuld auch noch über Medien auf die Verwaltung abgewälzt. „Das ist Mobbing“, wetterte der FP-Mandatar. Litschauer forderte indes einen Beweis für diese Behauptungen.

Mehrere 100.000 Euro Schaden für die Stadt?
Gar als „Fall für die Korruptionsstaatsanwaltschaft“ sah Waldhäusl das Vorgehen von Thomas Lebersorger. Statt wie üblich Ackergrund günstig zu erwerben und nach der Umwidmung weiterzuverkaufen, wäre trotz Hinweis aus der Verwaltung ein Direktverkauf mit vielfach höherem Erlös für die Grundstücksbesitzer eingefädelt worden. Lebersorger: „Du kannst mir gerne die Staatsanwälte schicken. Alles war korrekt.“

Waldhäusl forderte sowohl Lebersorger als auch Litschauer zum Rücktritt auf.

René Denk
René Denk
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