06.05.2021 15:44 |

„Spielraum ist eng“

Gastro, Hotels, Kultur: Auch Wien riskiert Öffnung

Mit Blick auf die bevorstehenden bundesweiten Lockerungen hatte sich zuletzt Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) wiederholt skeptisch hinsichtlich einer gleichzeitigen Öffnung aller Bereiche gezeigt. Nun riskiert auch die Bundeshauptstadt weitere Lockerungsschritte: Konkret sollen ab dem 19. Mai die Bereiche Hotellerie und Gastronomie wieder öffnen können. Die Schulen starten bereits wieder ab dem 17. Mai in den Präsenzunterricht, und auch die Bäder dürfen plangemäß wieder aufsperren.

Die Bundesregierung hatte ab dem 19. Mai bundesweite Öffnungsschritte angekündigt. Ab diesem Datum sollen Gastronomie, Tourismus und Veranstaltungen wieder möglich sein - schon zwei Tage früher sollen die Schulen mit dem Vollbetrieb starten. In Wien galt bis 3. Mai ein strenger Lockdown, der nach einem starken Anstieg bei den Intensivpatienten verhängt worden war. Inzwischen hat sich die Lage in den Spitälern entspannt, auch die Infektionszahlen sind in Wien zurückgegangen.

Man habe rund um Ostern sehr schwerwiegende Maßnahmen gesetzt - diese hätten auch gefruchtet, so Ludwig. Die Zahlen seien stärker zurückgegangen, als die Prognosen vorhergesagt hätten. Dies sei vor allem dank des disziplinierten Umgangs der Wienerinnen und Wiener mit der Pandemie möglich gewesen.

Testungen sollen weiter verstärkt werden
„Der Spielraum ist ein enger“, betonte Ludwig, dass man mit Bedacht vorgehen müsse. Besonders die Testmöglichkeiten sollen einmal mehr verstärkt werden - mit „Wien gurgelt“ gebe es bereits den „Goldstandard“ der Tests für die Einwohner. Für all jene, die mit den technischen Hürden nicht zurechtkommen oder sich nicht selbst bei der Durchführung filmen können bzw. wollen, werde man nun zehn weitere Testboxen für PCR-Testungen in der Stadt installieren.

Kulturbereich darf wieder öffnen
Bei der großen Frage, welche Öffnungsschritte man wagen könne, musste man vor allem die Gesundheit der Bevölkerung im Auge haben, erklärte Ludwig. „Wir werden in Wien am 19. Mai die Kultureinrichtungen, die mir besonders am Herzen liegen, wieder öffnen und, auch die Sportmöglichkeiten entsprechend den Vorgaben des Bundes sowie Hotellerie und Gastronomie wieder öffnen“, erklärte Ludwig.

Abgesagt sind die ursprünglich angedachten öffentlichen Schanigärten. Diese haben sich aus Ludwigs Sicht mit der vollen Öffnung der Gastronomie erledigt.

Mobile Teams sollen Einhaltung der Maßnahmen kontrollieren
All das geschehe aber nur unter den erforderlichen Sicherheitsbestimmungen sowie eigens ausgearbeiteter Richtlinien, um die Sicherheit zu gewährleisten, versicherte der Bürgermeister. Es dürfe jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass „alles überwunden“ sei, mahnte Ludwig. Sollten sich die Belegszahlen in den Spitälern wieder nach oben begeben, würde man die Maßnahmen wieder verschärfen müssen. Es werde „sehr strenge Kontrollen geben“, sagt der Bürgermeister - die Maßnahmen sollen von drei mobilen Teams von jeweils vier Personen kontrolliert werden.

Mehr Normalität auch wieder in den Schulen
Am 17. Mai könne man in den Schulen wieder normalen Präsenzunterricht ermöglichen - in den vergangenen drei Wochen hätten sich auch die Infektionszahlen in den Bildungseinrichtungen stabilisiert. Erfreut zeigte sich Wiederkehr, dass auch in den Schulen die Testmöglichkeiten gut angenommen worden seien. Die Stadt wolle nun in weiteren Pilotschulen auf PCR-Testungen setzen, die genauen Details dazu wolle man in den nächsten Wochen bekannt geben.

All jene Gruppen, die unter der Pandemie besonders gelitten haben, sollen nun entlastet werden, erklärte Wiederkehr. Mit der Wiener Jugendarbeit soll zudem auch in den „Hotspots der Jugendlichen“ sensibilisiert werden, sich auch tatsächlich regelmäßig testen zu lassen.

„Bäder-Ampel“ auch in diesem Jahr
Besonders freue sich Wiederkehr auf den Start der Wiener Bäder ab dem 19. Mai - auch hier gelte strenges Abstandhalten. Es wird zudem wieder eine „Bäder-Ampel“ geben - wenn also zu viele Menschen im Bad sind, wird der Eintritt gesperrt. Tickets können vorab online gebucht werden - und zwar wieder zu vergünstigten Tarifen, wie auch schon im Vorjahr.

„Mit dieser Perspektive haben wir mehr Freiheiten, die wir bekommen werden“, erinnerte Wiederkehr aber auch an die Verantwortung jedes Einzelnen, weiter vorsichtig zu sein, bis die Pandemie endgültig eingedämmt sei „und wir damit einen guten Sommer haben können“.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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