„Krone“-Erfolg

Radarboxen für Raserstrecken nach Horrorunfall

Nach dem „Krone“-Bericht über die verzweifelten Versuche von leidgeplagten Anrainern der Linzer Humboldtstraße, bei Stadtpolitikern endlich Gehör für ihren Wunsch nach Radarboxen zu finden, gab es am Montag plötzlich grünes Licht: „Das Anliegen ist berechtigt und die Finanzierung machbar“, so Stadtchef Klaus Luger.

Der Horror-Unfall mit zwei Toten am vergangenen Mittwoch hatte bei den Anrainern der Linzer Humboldtstraße den Geduldsfaden endgültig reißen lassen.

„Wollen nicht länger zusehen“
„Wir können und wollen den lebensgefährlichen Rasereien vor unseren Haustüren nicht länger zusehen. Wenn die Politik jetzt nicht endlich einlenkt und Radarboxen aufstellt, blockieren wir in unserer Verzweiflung die Straße“, erklärte Heinz Tremetsberger (59) von der Initiative Humboldtstraße.

Langer, erfolgloser Weg
Dass die Humboldt- und Dinghoferstraße vor allem nachts zu einem Treffpunkt der Raser- und Tuning-Szene verkommen ist, dafür sei auch die Untätigkeit der Stadtpolitiker mitschuldig, pflichtete ihm Kollege Heli Scherer (79) bei. Mehrere Schreiben und persönliche Vorsprachen bei Funktionären aller Parteien seien erfolglos verlaufen.

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Wenn Raser keine Konsequenzen zu befürchten haben, ändert sich nichts. Radargeräte sind aber teuer, kosten zwischen 70.000 und 140.000 Euro, je nachdem, ob man eigene Kameras dafür noch anschaffen muss.

Linzer Vizebürgermeister und Verkehrsreferent Markus Hein von der FPÖ

Jetzt kam Zusage
Allerdings: Nach dem „Krone“-Bericht kommt endlich Bewegung in die Angelegenheit und eine Lösung ist in Sicht. „Die Humboldt- und die Dinghoferstraße sind beide Kandidaten zur Installierung von Radargeräten“, erklärt FP-Verkehrsstadtrat Markus Hein. In enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Magistrats-Fachabteilung und der Polizei müssten aber zuvor noch Analysen getätigt werden, wo genau Tempo-Messboxen zu platzieren seien, damit sie den zur Verkehrssicherheit optimalen Lenkungseffekt ausüben.

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Das verantwortungslose Verhalten der Raser gehört bekämpft – ich habe vollstes Verständnis für das Anliegen der Bewohner. Und als Finanzreferent finde ich eine budgetäre Lösung für die Anschaffung neuer Radargeräte.

Linzer Bürgermeister und Finanzreferent Klaus Luger von der SPÖ

Geld ist nicht das Problem
Sorgen bereitet Hein aber noch die Finanzierung. Pro Radarkasten fallen zwischen 70.000 und 120.000 Euro an Kosten an. „Für heuer ist schon alles budgetiert, neue Radargeräte können daher frühestens im nächsten Jahr aufgestellt werden“, glaubt er. Doch der für Finanzen zuständige Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SP) gibt Entwarnung: „Am Budget wird es nicht scheitern, wir finden einen Weg, das vorzuziehen. Im Sinne der Verkehrssicherheit sollten die Radarboxen daher heuer möglich sein.“

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner
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Mittwoch, 12. Mai 2021
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