Nach Erdrutschen
Zahl der Todesopfer in Brasilien weiter gestiegen
Laut Behördenangaben kamen in der Stadt Nova Friburgo 247 Menschen ums Leben, in Teresopolis waren es demnach 231 Tote, in Petropolis 43 und in Sumidouro mindestens 16 Opfer. Damit handle es sich um die größte Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes, hieß es. Als größte Katastrophe Brasiliens galt bisher ein Erdrutsch in der Küstenstadt Caraguatatuba im Jahr 1967, als unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 300 und 436 Menschen getötet wurden.
Ganze Viertel weggeschwemmt
Besonders schwer betroffen ist das bergige Gebiet nördlich von Rio de Janeiro, ein insbesondere in der jetzigen heißen Jahreszeit begehrtes Ausflugsziel. Ganze Viertel in Nova Friburgo, Teresópolis (Bild) und Petrópolis wurden durch Flüsse aus Schlamm und Gesteinsbrocken weggeschwemmt. Allein am Mittwoch fiel innerhalb von 24 Stunden soviel Regen wie normalerweise in einem ganzen Monat zu dieser Jahreszeit. Die Behörden rechneten mit vielen weiteren Toten, da viele abgeschiedene Gebiete erst allmählich von den Rettungskräften erreicht werden konnten.
Tausende Überlebende fanden in Notaufnahmelagern Unterschlupf. Kirchen und Polizeiwachen wurden zu Leichenhäusern umfunktioniert, in der warmen Luft stand der Geruch von verwesenden Leichen. Davor spielten sich dramatische Szenen ab, während Angehörige nach Vermissten suchten. Der 44-jährige Edmar Da Rosa berichtete in einem Lager in Teresópolis, eine Wand seines Hauses sei in dem Unwetter eingestürzt. "Meine Frau starb. Mein Enkel starb. Und die anderen sind verletzt." Der 59 Jahre alte Joao de Lima umklammerte eine Puppe und sagte: "Ich habe meine vier Töchter und alles, was ich habe, verloren." "Was hier passiert ist, ist völlig absurd. Es sieht aus wie in einem Kriegsgebiet, überall ist nur noch Schlamm und Chaos", erklärte der 54-jährige Albertino Lazaro.
Präsidentin Rousseff schockiert
Rousseff flog per Hubschrauber über das Gebiet und ging anschließend zu Fuß durch einige Regionen. Die Präsidentin, die erst seit Anfang des Jahres im Amt ist, zeigte sich schockiert und versprach "starke Maßnahmen" der Regierung. Diese stellte bislang umgerechnet knapp 350 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung. Das Gesundheitsministerium kündigte zudem an, für die Region würden sieben Tonnen medizinisches Material zur Verfügung gestellt.
Die teils spektakuläre Rettung einzelner Menschen gab aber auch immer wieder Anlass zur Hoffnung. Die Nachrichtensender zeigten am Donnerstag die Bilder einer Frau, die mit ihrem Hund im Arm auf dem Dach ihres Hauses sitzt, das von den Wassermassen mitgerissen wird. Nachbarn aus einem höher gelegenen Haus werfen ihr ein Seil zu, an dem sie sich hochziehen kann. Sie verschwindet kurz in den reißenden Fluten, taucht dann aber wieder auf und wird von den Nachbarn gerettet (siehe krone.tv-Video). Ihr Hund überlebte allerdings nicht.
Weitere Regenfälle erwartet
Heftiger tropischer Regen in der Region Serrana hatte dazu geführt, dass Schlammlawinen in die Orte rutschten und Flüsse über die Ufer traten. Für die kommenden Tage sagten die Meteorologen weitere Regenfälle vorher.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.