Zwei Vermisste
D: Tankschiff mit Schwefelsäure auf Rhein gekentert
Der 110 Meter lange Tanker war gegen 5.00 Uhr früh gekentert. Am späteren Vormittag konnte das auf der Seite liegende Schiff von den Rettungskräften befestigt werden. Die Feuerwehr hat laut Behörden erste Messungen im Rhein vorgenommen. "Da gibt es keine auffälligen Werte", sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Säure sei nicht ausgetreten. Es handle sich um ein "sehr gutes Zwei-Hüllen-Schiff", ergänzte ein Polizeisprecher.
Zwei Besatzungsmitglieder vermisst
Nach den Aussagen der beiden geretteten Männer befand sich ein weiteres Crewmitglied während des Unglücks am Steuerstand. Dieser wurde laut Schifffahrtsamt jedoch komplett abgerissen. Es gebe daher keine konkreten Hinweise auf den Aufenthaltsort dieses Vermissten.
Angaben zur Ursache und zum Hergang des Unfalls konnte das Wasser- und Schifffahrtsamt noch nicht machen. "Was wir wissen, ist, dass es an dieser Stelle des Rheins sehr eng ist und wegen Hochwassers eine starke Strömung herrscht", unterstrich die Sprecherin.
Aggressive Säure an Bord
Das Tankmotorschiff lag auf der Backbordseite im Rhein, große Teile des Steuerhauses, der Wohnung und der Laderäume waren versunken. Die Einsatzkräfte vermuteten, dass sich zumindest ein Bootsmann noch im Schiff befinden könnte. Unter anderem suchten Boote und ein Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera nach den Vermissten. Ihre verletzten Kollegen wurden im Krankenhaus versorgt, es ging ihnen laut Polizei "den Umständen entsprechend gut".
Der Rhein blieb zunächst für die Schifffahrt gesperrt. Das deutsche Schiff hatte seine Fahrt bei der BASF in Ludwigshafen begonnen und war rheinabwärts ins belgische Antwerpen unterwegs. Unter den vier Besatzungsmitgliedern seien drei Deutsche und ein Tscheche, sagte Jörg Hitzelberger vom Wasserschutzpolizeiamt Rheinland-Pfalz in Mainz.
Schwefelsäure zählt zu den aggressivsten Säuren und ist einer der wichtigsten Grundstoffe für die chemische Industrie. Sollte das Schiff auseinanderbrechen, wird es nach Auskunft des Chemikers Martin Keller von der deutschen Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz problematisch. Denn wenn die gesamte Ladung auf einmal austrete, würde sich das Wasser sehr schnell und sehr stark erhitzen. "Das könnte dazu führen, dass der Rhein an dieser Stelle sogar kocht."
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