"Ich wollte sie nur erschrecken, gar nicht bedrohen", versuchte jener Südtiroler (28), der am Mittwoch am Landesgericht Innsbruck vor Richterin Michaela Dietrich stand, seine Tat herunterzuspielen Er hatte jener Frau, mit der ihn ein "lockeres sexuelles Verhältnis" verband, einen Erpresserbrief geschickt. Darin forderte er 8.000 Euro von ihr.
Der Grund: Die Anwaltskosten für sein Berufungsverfahren. Er wurde nämlich 2009 wegen Drogenhandels zu sechs Jahren Haft verurteilt. Zudem war er wütend auf sie, weil sie damals gegen ihn ausgesagt hätte. Sollte sie nicht zahlen, wollte er behaupten, sie sei in seine damaligen Drogengeschäfte verwickelt gewesen. Das würde sie mindestens vier Jahre kosten, zudem würden ihr der Pass und der Führerschein weggenommen.
Die Richterin sah die Frau ernsthaft bedroht. Die 30.000 Euro Schulden und die "Zahlungsadresse" beim Anwalt des Angeklagten machten dies deutlich. 20 Monate unbedingt lautete trotz Geständnis das Urteil. Der Südtiroler erbat Bedenkzeit.
von Manuel Diwosch, Tiroler Krone
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