28.04.2021 07:00 |

Wegen eigenem System

Impfungen: Salzburg fünf Tage hinterher

* Bei Erststichen weiter an letzter Stelle, bei Vollimmunisierung gut
* Logistischer Aufwand durch Impfungen bei Hausärzten ist höher
* Das System mit 280 Ordinationen ist langsamer als mit Zentren

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Salzburg ist bei den verabreichten Corona-Impfungen weiter Schlusslicht in Österreich. Warum das so ist, darüber zerbrach sich die Landespolitik lange den Kopf. Denn stets wurde beteuert, dass alle Dosen, die ins Bundesland geliefert werden, auch den Weg in die Arme der Bevölkerung finden.

Auch die dem Land zustehenden Mengen – es sind nach der Einwohnerzahl 6,8 Prozent – werden eingehalten. Nun dürfte Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) den Grund für die schwachen Statistiken gefunden haben. „Durch unser System über die Hausärzte, dauert es mit den Auslieferungen der Impfstoffe länger als in wenige Impfstraßen“, so Stöckl. Andere Bundesländer setzen mehr auf zentrale Einrichtungen, Salzburg hat bewusst den Weg über die Vertrauensärzte gewählt. Und das sind immerhin 280.

Zweiter Sich soll künftig etwas später erfolgen
Wenn Impfstraßen, etwa für große Berufsgruppen, nötig sind, kommen diese auch zum Einsatz. Ansonsten bleibt Stöckl bei der gewählten Strategie. „Durch den logistischen Aufwand sind wir bis zu fünf Tage hinterher und das merkt man in der Statistik“, erklärt der Gesundheitsreferent. Für ihn spiele das aber eine untergeordnete Rolle, weil es wichtiger sei, dass das Serum wohnortnah verabreicht werden kann – quasi die Impfung zum Bürger kommt und nicht umgekehrt. Im Gegensatz zu den Erststichen befindet sich Salzburg bei den Vollimmunisierten, sprich jene, die beide Impfungen bekommen haben, im Mittelfeld. Der Grund: Andere Länder haben schon früher den Zeitpunkt der Zweitimpfungen nach hinten geschoben und beim Produkt von Biontech/Pfizer den Abstand von vier auf sechs Wochen verlängert. Salzburg war da vorsichtiger und hat weiter im vierwöchigen Rhythmus den Zweitstich gesetzt.

Diese Taktik wird künftig aufgeweicht, weil die Lieferungen nun verlässlicher kommen. Damit ist die Gefahr deutlich gesunken, dass kein Serum für den zweiten Stich vorhanden ist.

In dieser Woche gibt es zum Beispiel 30.000 erste und nur 1000 zweite Stiche im Bundesland.

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