Zehn statt acht Euro

ÖAMTC: Reise-Anbieter kassieren bei Ticketsteuer ab

Österreich
11.01.2011 15:01
Wer einen Flug ab Österreich mit Start ab dem 1. April 2011 bucht, muss sie seit Jahresbeginn berappen: die neue Flugticketsteuer. Auf Kurzstrecken sind acht Euro, auf Mittelstrecken 20 Euro und bei Langstreckenflügen 35 Euro fällig. Der ÖAMTC schlägt jetzt diesbezüglich Alarm: Reiseveranstalter würden derzeit einen ungerechtfertigten Aufschlag von bis zu zwei Euro auf die Abgabe verrechnen.

"Der Versuch, aus einer Abgabe, die das Reisebudget der Konsumenten ohnehin belastet, zusätzlichen Gewinn zu erwirtschaften, ist mehr als bedenklich und muss von den Reiseveranstaltern sofort abgestellt werden. Bereits bezahlte Leistungen sind zurückzuerstatten", fordert Erika Dworak, Leiterin der ÖAMTC-Touristik. Das "derzeitige Handeln vieler Reiseveranstalter" im Zusammenhang mit der neu eingeführten Flugabgabe sei "problematisch und widerrechtlich". 

Zehn statt acht Euro
Da die Flugabgabe erst nach Produktion der diesjährigen Reisekataloge beschlossen wurde, seien darin noch keinerlei Informationen zur Ticketsteuer inkludiert. "Ein Umstand, den manche Reiseveranstalter dazu nutzen, die Flugabgabe künstlich zu erhöhen", behauptet Dworak. Einige würde derzeit statt acht Euro auf der Kurzsstrecke zehn Euro verklangen, so Dworak. Keine Probleme gebe es dagegen auf der Mittel- oder Langstrecke: "Da ist uns bis jetzt noch nichts bekannt", meinte Dworak am Dienstag.

Problematisch für den Endverbraucher sei generell die Tatsache, dass die Flugabgabe - wie auch alle anderen Steuern - bei Pauschalreisen im Preis inkludiert seien. "Für den Endverbraucher ist also nicht ersichtlich, ob die Taxen mit einer Provision versehen sind", kritisiert die ÖAMTC-Expertin. Den Konsumenten empfiehlt der Autofahrerclub, Rechnungen und Angebote noch genauer zu prüfen und besonders bei Pauschalreisen die Preiszusammensetzung zu hinterfragen. 

ÖAMTC will in eigenen Reisebüros nicht mitkassieren
Der Autofahrerclub hat übrigens eine eigene Reisebürokette, betrachtet sich aber gleichzeitig auch als "touristische Interessensvertretung". Bei seinen eigenen Reisebüros habe der ÖAMTC "bis zur Klärung der Lage beschlossen, die rechtswidrigen Aufschläge keinem Kunden weiterzuverrechnen, sondern die nicht berechtigten Mehrkosten aktuell zu eigenen Lasten zu tragen".

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