Ob das mit den Öffnungen im Mai eine besonders schlaue Idee ist, darf bezweifelt werden. Die aktuelle Virus-Lage und die schleppende Impf-Entwicklung sind jedenfalls keine ausreichende Grundlage für diese populistische Ankündigung aus Wien. Allerdings sitzt in der Bundeshauptstadt, soweit bisher bekannt, keine höhere Macht, die der Pandemie einfach so mit Fingerzeig ein Ende bereiten könnte.
So regiert nun das Prinzip Hoffnung. Das mögen manche schön finden, wissenschaftlich ist es nicht. Bei allem Applaus von einigen Seiten: Die Aktion könnte uns teuer zu stehen kommen. Hoffen wir also, dass der türkis-grüne Hasard gut geht. Man könnte beten, aber sehr nett waren da einige aus der Regierung zur Kirche auch nicht.
Sollte das Regierungsexperiment mit unserer Gesundheit schiefgehen, wird es zuerst das am Limit schrammende Pflegepersonal spüren. Nicht nur auf den Covid-Stationen in den Spitälern, sondern in allen Einrichtungen für kranke, ältere und betreuungsbedürftige Menschen.
Es wäre daher ein überfälliges Zeichen des Anstands und der Solidarität, wenn alle Pflegerinnen und Pfleger endlich einen ordentlichen Corona-Bonus bekämen. Nicht wieder schöne Worte in den Reden und Interviews. Sondern echte Anerkennung. Politik hat in der Krise großzügig und solidarisch zu sein.
Geld ist keine Medizin gegen Überlastung, aber es wirkt garantiert besser als leere Versprechen. Wenn die Öffnungen beginnen, werden wir das Pflegepersonal dringend brauchen.
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