25.04.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Grabstein der Sowjetunion

Auf dem Grabstein der Sowjetunion steht „Tschernobyl“ geschrieben. Morgen vor 35 Jahren hatte sich in dem AKW die größte zivile Atomkatastrophe ereignet. Das systemische Versagen dort, die Begleitumstände und die Folgen hatten Kremlchef Gorbatschow vor Augen geführt, dass dieser Staat todkrank ist; so krank, dass er nicht einmal mehr reformfähig war.

Allein schon die Nachricht über die Katastrophe hatte die Welt nicht aus der Sowjetunion erreicht, sondern erst nach 17 Stunden aus Schweden. Ich saß in der Redaktion, als die Information kam, dass sich dort das AKW Forsmark wegen erhöhter Strahlung automatisch abgeschaltet hatte. Als sich nach Überprüfung herausstellte, dass die Strahlung eine andere Ursache haben muss, kam aus Moskau noch immer kein Wort. Das hatte einen einfachen Grund: Sogar der Kremlchef wusste von nichts, und als Gorbatschow endlich informiert worden war („kleiner Unfall“), stand am Tag darauf noch immer nichts in den sowjetischen Zeitungen - während der radioaktive Niederschlag Zehntausende Menschen verseuchte.

Das System hatte sich selbst ad absurdum geführt. Es ist aber wiederauferstanden. Der Staat spielt mit der Wahrheit, und wenn er jetzt die Segnungen des Impfens anpreist, glauben sie ihm kein Wort, wollen sich nicht impfen lassen. Wenn Putin sagt, dass er sich impfen ließ, aber keinen „Beweis“ liefert, fragen sich alle, was er zu verbergen hat.

Kurt Seinitz
Kurt Seinitz
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