Trotzdem Lockerungen

Dramatisch: Intensivstationen in Belgien am Limit

Ausland
23.04.2021 22:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

Angesichts der verheerenden dritten Corona-Welle in Belgien hat das Gesundheitsministerium des Landes am Freitag vor einer Überlastung der Intensivstationen gewarnt. Etwa 900 der 2000 Intensivbetten in Belgien sind demnach mit Covid-19-Patienten belegt. Der Behördenvertreter Marcel Van der Auwera sagte, die Mitarbeiter auf den Intensivstationen seien „erschöpft“. Seinen Angaben zufolge erklärte sich Deutschland zur Aufnahme belgischer Covid-Patienten bereit.

Die Mitarbeiter auf den Intensivstationen gäben seit einem Monat „130 Prozent“, sagte Van der Auwera. Die angespannte Situation werde voraussichtlich noch „zwei oder drei Wochen“ andauern.

Schwierigkeiten, andere Notfälle zu behandeln
Wegen der hohen Belegung der in Belgien verfügbaren Intensivbetten mit Covid-Patienten hätten viele Krankenhäuser Schwierigkeiten, andere Notfälle zu behandeln, etwa Opfer von Autounfällen. Am Freitag habe es in ganz Belgien nur 82 freie Intensivbetten für solche Fälle gegeben, sagte Van der Auwera.

Deutschland nimmt Patienten aus Belgien auf
Deutschland habe sich nach einer entsprechenden Bitte Brüssels bereit erklärt, Patienten aus dem Nachbarland aufzunehmen. Bereits während der zweiten Corona-Welle im November waren Covid-Patienten aus Belgien nach Deutschland verlegt worden.

Anfang Mai soll im Land gelockert werden
Trotz der dramatischen Lage in den Krankenhäusern hält die Regierung von Belgiens Ministerpräsident Alexander De Croo an der für Anfang Mai geplanten Lockerung des Corona-Lockdowns fest. Restaurants und Cafés dürfen vom 8. Mai an ihre Außenbereiche wieder öffnen, bekräftigte De Croo am Freitag. Pro Tisch seien dann vier Gäste erlaubt. Die Lockerungen seien möglich, weil die Impfkampagne in Belgien besser voranschreite „als erwartet“.

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Belgien lag in den vergangenen sieben Tagen im Schnitt bei gut 3.500. 2,5 Millionen der 11,5 Millionen Einwohner des Landes haben bereits mindestens eine Corona-Impfung erhalten.

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