Karl Mostböck:

Das Zerbrechliche des Augenblicks in seinem Werk

Der oberösterreichische Maler und Zeichner Karl Mostböck hätte heuer seinen 100. Geburtstag gefeiert. In Steyr, wo auch die Landesausstellung am 24. April eröffnet wird, gibt es nun ein Mostböck-Archiv. Hier sind seine Pinsel ausgestellt und noch mehr

„Alles Wesentliche, das ich in der Kunst wissen musste, lernte ich aus den Büchern“, soll Karl Mostböck (1921-2013) gesagt haben. Er stammte aus Grein, lebte in Steyr und verdiente seine Brötchen als technischer Grafiker. In der freien Kunst entwickelte er sich vom Autodidakten zum international bekannten Vertreter eines Informel, das mit der Zen-Kalligraphie Japans kokettiert. Intensiv auch die Beschäftigung mit der weiblichen Figur, er versuchte, das Zerbrechliche des erotischen Moments festzuhalten.

In bedeutenden Sammlungen vertreten
Ab 1968 war Mostböck in Ausstellungen präsent, u.a. mehrmals bei der Art Basel. Heute befinden sich Werke in bedeutenden österreichischen und deutschen Sammlungen, u.a. in der Albertina Wien oder in den Landesmuseen. In Steyr blieb seine Kunst aber vielen ein Rätsel.

Schwieriger Werkzugang
„Die Leute haben mit seinen Blumen und Stadtansichten etwas anfangen können. Mit der Abstraktion taten sie sich schwer“, meint Franz Mayer. Er leitet das neue Karl-Mostböck-Archiv, das gerade eröffnet worden ist.

Tausende grafische Blätter
Nach dem Ableben Mostböcks im Jahr 2013 mussten mehrere tausend grafische Blätter gesichtet, geordnet und beurteilt werden. Sein Atelier kam als Archiv nicht in Frage. „Er wohnte zeitlebens in einem Hochhaus und malte in einem kleinen Zimmer“, so Mayer. Die Stadt Steyr stellte dem Verein schlussendlich Räume in der Bergschule, die zur mittelalterlichen Stadtkulisse gehört, zur Verfügung. Hier bekommt man Einblick in Mostböcks Kunstwelt. Farben und Pinsel sind ausgestellt.

Teil der Landesausstellung
Mehrere Grafikkästen beherbergen den vielfältigen Nachlass. Als ein Teil der diesjährigen Landesausstellung in Steyr kann das Archiv besucht werden. Die Kunsthistorikerin Romana Schuler gab dazu eine Werkmonographie heraus, sie widmet sich dem „Schaffensort Atelier“, Klaus Albrecht Schröder steuerte einen Text bei. Infos: www.mostboeck-archiv.at

Elisabeth Rathenböck
Elisabeth Rathenböck
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Mittwoch, 12. Mai 2021
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