Sicherheitsnetz

“Betriebshilfe” griff 600 Kleinstfirmen unter die Arme

Tirol
05.01.2011 17:00
Krankheit, Unfall oder Mutterschutz sind Situation, die Kleinstbetriebe und vor allem Ein-Personen-Unternehmen (EPU) vor existenzbedrohende Situation stellen. Das war auch der Grund, warum 2005 auf Initiative der damaligen WK-Vizepräsidentin und jetzigen Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf der Verein "Betriebshilfe Tirol" ins Leben gerufen wurde. Seither wurden 600 Firmen mit 200.000 Arbeitsstunden unterstützt.

Zoller-Frischauf kann sich noch gut an einen der ersten Fälle erinnern. "Das war ein Unternehmer, der einen Lkw hatte und selbst hinterm Steuer saß. Er war für zwei Lebensmittelfirmen im Einsatz, die er täglich belieferte. Eines Tages brach er sich den Unterschenkel. Wenn man diesem Mann nicht geholfen hätte, dann wäre sein Unternehmen den Bach runter gegangen. Wir haben dann jedoch über die 'Betriebshilfe' einen Ersatzfahrer gefunden und so den Betrieb und die Existenz des Mannes retten können", erzählte die Landesrätin am Mittwoch an der Seite ihrer Nachfolgerin Martha Schultz.

In einem anderen Fall half der Verein einer hochschwangeren Pizzeria-Besitzerin, deren Koch, der übrigens auch der Kindsvater war, von heute auf morgen seinen Dienst quittierte. "Wir konnten der Frau zwar keinen neuen Mann, dafür aber einen Koch vermitteln", so Zoller-Frischauf.

Wirtschaftskammer als Vermittler
Das sind nur zwei von insgesamt 600 Fällen, in denen der Verein, der in der Wirtschaftskammer Tirol untergebracht ist, geholfen hat. "Bisher wurden 200.00 Arbeitsstunden finanziert", berichtete Vereinsobfrau Martha Schultz. Bezahlt wird die Leistung übrigens von der Sozialversicherungsanstalt, die Wirtschaftskammer tritt – unter der Leitung von Monika Köll – als Vermittler auf. Bei Krankheit und Unfall ist die Betriebshilfe laut Schultz bis zu einem Jahreseinkommen von 17.700 Euro kostenlos, darüber gibt es einen gestaffelten Selbstbehalt. 

Die Betriebshelfer können von den Unternehmen selbst ausgewählt werden und werden für den Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit – maximal für 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr – vom Verein "Betriebshilfe Tirol" finanziert. Alle Infos dazu erhält man unter der Telefonnummer 0590905-13 70.

von Markus Gassler, Tiroler Krone

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